Russland verschärft Lebensmittelkontrollen für türkische Produkte

Der Abschuss eines russischen Kampfjets zieht nun erste wirtschaftliche Sanktionen nach sich. Russland hat verschärfte Kontrollen für türkische Lebensmittel angeordnet. Künftig sollen diese bei der Einfuhr stärker überprüft werden.

Türkisches Obst und Gemüse, hier an einem Stand in Istanbul. (Foto: Flickr/ Frutería by Jorge Franganillo CC BY 2.0)

Türkisches Obst und Gemüse, hier an einem Stand in Istanbul. (Foto: Flickr/ Frutería by Jorge Franganillo CC BY 2.0)

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit der Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets will Russland die Kontrollen über Lebensmittelimporte aus der Türkei verschärfen. Der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschew begründete dies am Donnerstag mit „wiederholten Verletzungen russischer Normen durch türkische Hersteller“. Er verwies dabei etwa auf „verbotene und schädliche Substanzen“ sowie stark erhöhte Pestizid- und Nitratwerte.

Die russische Regierung habe die Behörde für Lebensmittelsicherheit deshalb aufgefordert, die Kontrollen über landwirtschaftliche Produkte aus der Türkei zu verschärfen. Außerdem seien zusätzliche Überprüfungen an der Grenze und an Produktionsstätten in der Türkei geplant. Von den Maßnahmen könnten 15 Prozent der landwirtschaftlichen Importprodukte in Russland betroffen sein.

Russland wird bereits seit Jahren vorgeworfen, gesundheitspolitische Entscheidungen entsprechend seiner geopolitischen Positionen zu treffen, etwa auch im Fall der Ukraine und Georgiens. Seit Sommer 2014 besteht ein Embargo auf die meisten Lebensmittel aus westlichen Ländern, die Russland wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Ukraine-Konflikt mit Sanktionen belegt haben.

Im Zuge dessen konnten türkische Hersteller ihre Exporte teils immens steigern. Der Schwerpunkt der türkischen Waren lag dabei auf Textilien, Garne, Stoffe, Fertigwaren, Gemüse und Obst. Auch die Fleisch- und Milchwirtschaft profitierte (mehr hier).

Türkische F-16-Kampfflugzeuge hatten am Dienstag einen russischen Bomber
vom Typ Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen, weil das Flugzeug nach Angaben der türkischen Armee trotz wiederholter Warnungen in den türkischen Luftraum eingedrungen war. Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen, die Su-24 sei über syrischem Gebiet geflogen. Der Abschuss führte zu erheblichen Spannungen zwischen Russland und Türkei.

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