Erdoğan trotzt Putin: Türkei wird ihre Grenzen verteidigen

Der türkische Präsident Erdogan will Russland auch nach dem Abschuss eines Kampfjets die Stirn bieten: Die Türkei habe das Recht, ihre Grenzen zu verteidigen. Russland hat erklärt, man wolle keinen Krieg gegen die Türkei führen.

Der türkische Präsiden Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: Flickr/señor Recep Tayyip Erdogan, by residencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Der türkische Präsiden Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: Flickr/señor Recep Tayyip Erdogan, by residencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan besteht auf dem Recht der Türkei, ihre Grenzen zu schützen. Die Nato stützte die türkische Darstellung, dass die russische Maschine türkischen Luftraum verletzt habe. Auch US-Präsident Obama sagte, die Türkei müsse ihre Grenzen schützen dürfen. Allerdings haben US-Untersuchungen ergeben, dass die türkische Luftwaffe den russischen Jet über Syrien abgeschossen hat.

Die russische Su-24 sei binnen fünf Minuten zehn Mal gewarnt worden, dass sie Kurs auf die türkische Grenze nehme, sagte Erdogan in Ankara. Die Maschine habe ihren Kurs aber nicht geändert und sei dann von F-16-Abfangjägern abgeschossen worden. „Niemand soll daran zweifeln, dass wir alles unternommen haben, um diesen jüngsten Vorfall zu vermeiden“, sagte der türkische Präsident.

Die Türkei will nach den Worten ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan den Flüchtlingsstrom in die EU bremsen. Erdoğan sagte am Mittwoch in Istanbul, die Türkei sei entschlossen, „alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine neue Immigrations-Welle zu vermeiden“. Sie werde ihre humanitären Anstrengungen auf beiden Seiten der syrischen Grenze fortsetzen, sagte er.

Die Europäische Union und die Türkei wollen am Sonntag auf einem Gipfeltreffen in Brüssel über die Flüchtlingskrise beraten, berichtet Reuters. Der Türkei kommt bei der Lösung der Krise eine Schlüsselrolle zu. Das Land grenzt an Syrien und den Irak, von wo die meisten Flüchtlinge stammen, die sich auf den Weg nach Europa machen.

Bereits nach dem Anschlag von Suruc hat Ankara angekündigt, an der türkisch-syrischen Grenze aufzurüsten. Um die Grenze zu Syrien weniger durchlässig zu machen, sollen neue Sicherheitsmaßnahmen in Angriff genommen werden, hieß es Ende Juli. Geplant sein sollen Überwachungsballone sowie ein System mit zwei Zäunen und einem Wassergraben.

„Angesichts von Daesh ist es wichtig, die Transitstellen der Terroristen zu blockieren und zwar auch mit physischen Hindernissen. Ein solches physisches Sicherheitssystem soll nun an der Grenze angelegt werden“, zitierte die türkische Zeitung Hürriyet den stellvertretenden Ministerpräsident Bülent Arınç (mehr hier).

Kurz zuvor haben die türkischen Streitkräfte ihre Elite-Soldaten in fünf Städte entlang der türkisch-syrischen Grenze entsendet. Zudem wurden Schlüsselpositionen eingenommen, die sich sowohl gegen den IS als auch gegen die Kurden-Milizen in Syrien richten. An der Grenze zu Syrien standen zu diesem Zeitpunkt bereits 18.000 türkische Soldaten (mehr hier).

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