Erdoğan: Russland kämpft in Syrien nicht gegen die Terrormiliz IS

Nach Ansicht von Präsident Erdoğan kämpft Russland in Syrien nicht gegen Daesh (IS). Putin bombardiere stattdessen die in der Grenzregion lebenden Turkmenen. Die Türkei versteht sich als Schutzmacht der Minderheit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Screenshot YouTube)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Screenshot YouTube)

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat Russland erneut vorgeworfen, in Syrien gegen die gemäßigte Opposition und nicht gegen die Terrormiliz IS vorzugehen. «Sie kämpfen nicht gegen Daesh (IS)», kritisierte Erdoğan in einem am Freitag bereitgestellten Interview mit dem Sender France 24. Vielmehr bombardiere Russland die in der Grenzregion lebende Minderheit der Turkmenen.

Die Türkei versteht sich als Schutzmacht der Turkmenen in Syrien und hatte das Vorgehen gegen die Minderheit mehrfach kritisiert. Zum Abschuss des Kampfjets im russisch-syrischen Grenzgebiet am Dienstag sagte Erdoğan: «Wir wollen keine Spannungen mit Russland». Es sei nun wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Erdoğan sagte, er habe Putin «einige Zeit» nach dem Vorfall angerufen, jedoch keinen Rückruf erhalten. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte am Freitag, dass Erdoğan seinen Amtskollegen Putin um ein Treffen am Rande des Klimagipfels an diesem Montag in Paris gebeten habe. Ob es zu einem Treffen kommt und ob die beiden Staatschefs miteinander telefoniert haben, ließ er offen.

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