Russland führt Visumspflicht für Türken wieder ein

Russland hat nach dem Abschuss eines Kampf-Jets die Grenzen für türkische Staatsbürger dichtgemacht. Ab 1. Januar 2016 gilt für sie wieder die Visumspflicht. Erdoğan und Davutoğlu sind unterdessen darum bemüht, die Situation zu entspannen.

Eine junge Frau fotografiert in Moskau. (Foto: Flickr/ by Andrey CC BY 2.0)

Eine junge Frau fotografiert in Moskau. (Foto: Flickr/ by Andrey CC BY 2.0)

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe führt Russland wieder die Visumspflicht für türkische Staatsbürger ein. Die derzeitige Regelung, wonach Türken ohne Visum nach Russland einreisen dürfen, werde zum 1. Januar abgeschafft, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Freitag in Moskau bei einer Pressekonferenz mit seinem syrischen Kollegen Walid al-Muallim.

Seit dem Abschuss der russischen Maschine am Dienstag an der syrisch-türkischen Grenze haben sich die Spannungen zwischen Moskau und Ankara erheblich verschärft. Zwar schloss Russland eine militärische Reaktion auf den Abschuss aus, doch will es wirtschaftliche Sanktionen gegen die Türkei verhängen.

Im Streit um den Abschuss sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitag, er wolle seinen russischen Kollegen Wladimir Putin beim UN-Klimagipfel treffen. Er wolle Putin in Paris „von Angesicht zu Angesicht“ sprechen, sagte Erdoğan. Das Problem solle nicht den beiderseitigen Beziehungen schaden.

Ähnlich äußerte sich auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu. Auch er ist um eine Entspannung der Beziehungen zu Moskau bemüht. „Der Abschuss eines nicht identifizierten Jets im türkischen Luftraum war und ist kein gegen ein bestimmtes Land gerichteter Akt“, schrieb Davutoğlu am Freitag in einem Beitrag in der britischen Zeitung „The Times“. Zwar blieben „die Maßnahmen zur Verteidigung unseres Territoriums in Kraft“, die Türkei werde aber mit Russland und den Verbündeten zusammenarbeiten, um Spannungen abzubauen.

Mit Blick auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) forderte Davutoğlu die internationale Gemeinschaft zur Einigkeit gegen einen „gemeinsamen Feind“ auf. „Die internationale Gemeinschaft darf nicht gegen sich selbst agieren“, forderte Davutoğlu. Andernfalls würden nur der IS und die syrische Regierung davon profitieren.

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