Brief aus der Haft: Türkische Journalisten bitten Merkel um Solidarität

Die beiden verhafteten Journalisten der Zeitung Cumhuriyet fordern Angela Merkel, sich bei Präsident Erdogan für sie einzuetzen. Die türkische Regierung missachte die Meinungs- und Pressefreiheit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: Flickr/ Angela Merkel by European People's Party CC BY 2.0)

Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Foto: Flickr/ Angela Merkel by European People’s Party CC BY 2.0)

Kurz vor dem EU-Sondergipfel mit der Türkei haben die verhafteten türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem offenen Brief aus der Untersuchungshaft um ihre Solidarität gebeten. Sie hofften, dass der Wunsch nach einer Lösung in der Flüchtlingskrise Merkel nicht davon abhalten werde, «weiterhin die westlichen Werte wie Bürgerrechte, Meinungs- und Pressefreiheit hoch zu halten und sie zu verteidigen», schrieben die Autoren in dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur am Samstag vorlag.

Die Autoren kritisierten zudem Merkels Verhandlungen mit der Türkei. Die türkische Regierung lasse «jede Achtung und jeden Respekt für die Meinungs- und Pressefreiheit vermissen». Merkel trifft am Sonntag in Brüssel auch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu zusammen.

Das Schreiben soll am Sonntag in der Zeitung «Cumhuriyet» veröffentlicht werden. Dündar, der Chefredakteur der Zeitung und Gül, der Hauptstadtkorrespondent, waren am Dienstag verhaftet worden. Ihnen werden unter anderem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Spionage vorgeworfen. Hintergrund ist ein von Dündar und Gül verfasster Bericht vom Sommer über angebliche Waffenlieferungen von der Türkei an Extremisten in Syrien.

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