Putins Sanktionen: Erdoğan setzt auf Geduld statt Emotion

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan will Russland als strategischen Partner nicht verlieren. Auf die weitreichenden Sanktionen soll nun mit Bedacht reagiert werden. Die Beziehungen dürfen nicht komplett abreißen.

Der türkische Präsiden Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: Flickr/señor Recep Tayyip Erdogan, by residencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Der türkische Präsiden Recep Tayyip Erdoğan. (Foto: Flickr/señor Recep Tayyip Erdogan, by residencia de la República Mexicana CC BY 2.0)

Die Türkei plant nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdoğan keine rasche Reaktion auf die angekündigten russischen Wirtschaftssanktionen. „Lasst uns geduldig und nicht emotional vorgehen“, sagte Erdoğan am Montag am Rande des Weltklimagipfels in Paris. Die Türkei setze sich dafür ein, dass die Beziehungen zur Regierung in Moskau nicht komplett abreißen, fügte er hinzu und bezeichnete Russland als einen strategischen Partner. Das Land ist Hauptenergielieferant der Türkei. Erdoğans Äußerungen vor Journalisten wurden vom türkischen Fernsehen übertragen.

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet plant die Regierung in Moskau ökonomische Strafmaßnahmen. Vor allem soll die Einfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus der Türkei verboten werden. Die Türkei hatte sich zuvor mehrfach über eine Verletzung ihres Luftraums durch russische Kampfflugzeuge beklagt, die im Nachbarland Syrien Luftangriffe fliegen. Russland bestreitet, den türkischen Luftraum verletzt zu haben. Die Türkei lehnt ein Entschuldigung für den Abschuss bislang ab. Wegen des Konflikts kommt es am Rande des Klimagipfels wohl auch nicht zu einem Treffen Erdogans mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin.

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