Eskalation: Nato will Abfangjäger in die Türkei schicken

Die Nato prüft die Stationierung von Flugabwehrraketen in der Türkei, um „feindliche Flugzeuge“ ausschalten zu können. Dies ist eine Kampfansage an Russland, denn die Terrormiliz IS besitzt keine Flugzeuge. Wenn die Nato diese Maßnahme beschließt, könnte auch deutsche Luftwaffe gegen die Russen zum Einsatz kommen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hier mit US-Soldaten in der Türkei. (Foto: Flickr/ NATO Secretary General by U.S. Army Europe Images CC BY 2.0)

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hier mit US-Soldaten in der Türkei. (Foto: Flickr/ NATO Secretary General by U.S. Army Europe Images CC BY 2.0)

Die Nato betreibt weiter eine Eskalation in der Türkei. Die Zeitung Die Welt berichtet unter Berufung auf hohe, anonyme Nato-Kreise: Angesichts des Konflikts in Syrien will die Nato ihr Bündnismitglied Türkei stärker als bisher bei der Luftabwehr unterstützen. Konkret geplant seien Maßnahmen zur besseren Luftraumüberwachung und Luftverteidigung. Neben mit Radar ausgestatteten Awacs-Flugzeugen werde konkret auch über eine Bereitstellung von Abfängjägern und eine erneute Verstärkung der Flugabwehr-Raketensysteme beraten, um feindliche Flugzeuge oder Raketen frühzeitig ausschalten zu können. Die Entscheidungen sollen demnach in den kommenden Wochen fallen.

Dies ist unmissverständlich eine Kampfansage an Russland, denn die Terrormiliz IS besitzt keine Flugzeuge. Damit könnten im Ernstfall auch deutsche Maschinen in einen Luftkampf mit der russischen Luftwaffe verwickelt werden.

Aussagen der Bundesregierung zu diesen Vorhaben gibt es nicht. Angela Merkel richtet sich in ihrer Außenpolitik weitgehend nach den Vorstellungen der Nato. Die Nato-Außenminister werden am Dienstag und Mittwoch in Brüssel zusammenkommen. Dabei wird es dem Bericht zufolge auch um das angespannte Verhältnis zu Russland gehen.

Die Türkei hatte eine russische Maschine abgeschossen. Die Nato hat dieses Vorgehen im Nachhinein mehrfach ausdrücklich gebilligt. Russlands Präsident Putin hat vorsorglich verlasst, dass die russischen Bomber, die Einsätze gegen den IS fliegen, mit Luft-Luft-Raketen ausgestattet werden, um sich gegen einen Nato-Angriff zu wappnen.

Der Konflikt hat eine geopolitische Dimension: Es geht um die Unterstützung der Türkei als Transit-Land für Roh-Öl aus den IS-Gebieten.

Anders als die Nato hat Israel einen professionellen Kommunikationskanal mit Moskau etabliert, der es den Russen indirekt ermöglicht, im Ausnahmefall sogar über dem israelischen Luftraum zu operieren.

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