Denizli: Situation falsch beurteilt

„Die Verfassung der Mannschaft ist schlechter als ich erwartet habe." Das war die Zwischenbilanz von Galatasaray-Trainer Mustafa Denizli an den Vorstand nach dem Unentschieden gegen Kasimpasa. In den nächsten Wochen hat das Urgestein alle Hände voll zu tun.

Mit der Verpflichtung von Liga-Oldie Mustafa Denizli als Cheftrainer scheint Rekordmeister Galatasaray einen Mentor transferiert zu haben, der stets auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Nach dem 2:2-Remis in der vergangenen Woche gegen Kasimpasa in der Liga führte der 66-Jährige ein Gespräch mit dem Vorstand der Gelb-Roten, wo er zugab, dass die Situation im Verein miserabler als gedacht sei. „Einige Baustellen waren mir schon vor meinem Amtsantritt bekannt. Nun bin ich mittendrin im Mannschaftsgefüge und kann meinerseits in Ausdruck bringen, dass ich die Lage unterschätzt habe“, so Denizli. Jedoch stärkt der Meistertrainer Präsident Dursun Özbek den Rücken und ist optimistisch für die Zukunft, da aus seiner Sicht  all die herrschenden Probleme mit der Zeit gelöst werden können.

„Die Truppe ist mental und physisch angeschlagen!“

Physisch gesehen besteht laut Denizli auf alle Fälle Aufholbedarf und das so schnell wie möglich. „Auch der mentale Zustand der Spieler scheint im Keller zu sein. Die Jungs sind sehr verunsichert und treten nicht als Einheit auf, weshalb mir in den letzten Spielen Konzentrationsstörungen bei einigen der Akteure aufgefallen ist“, betont der erfahrene Coach in klangvoller Manier. In den nächsten Wochen werde der neu berufene Konditionstrainer Stefano Marrone mit einem Spezialprogramm den amtierenden Meister in puncto Kondition wieder auf Vordermann bringen. Bis zum Ende der Hinrunde dürfe man sich keine großen Punktverluste mehr erlauben, darauf legt Lehrmeister Denizli vorerst den Fokus. Ab dann wolle er übereinstimmenden Medienberichten zufolge mit einem gelungenen Trainingslager und einigen Neuzugängen in der Rückrunde den Meilenstein für eine Aufholjagd setzen.

„Solche Phasen gibt es bei jeder Mannschaft!“

Trotz der Misere gibt sich der frisch gebackene Trainer keine Blöße, zumal er während der Saison 2008/2009 Besiktas in einer ähnlichen Verfassung übernahm und durch raffinierte Entscheidungen die Meisterschaft mit den Schwarz-Weißen gewann. In den Trainingseinheiten setzt Denizli auf seine Kommunikationsstärke und führt auch des Öfteren Einzelgespräche unter vier Augen, damit der Motivationspegel im Team erhöht wird: „Ihr seid nicht umsonst in den letzten vier Saisons dreimal Meister geworden. Macht euch keine Sorgen. Durch solche Zeiten geht jede Mannschaft. Wichtig ist, dass wir gemeinsam als eine Einheit das Ganze überstehen.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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