Erste Annäherung: Russland und Türkei vereinbaren Außenministertreffen

Erstmals seit dem Abschuss eines russischen Kampfjets haben Moskau und Ankara ein Gespräch auf Ministerebene vereinbart. Er werde seinen türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu beim bevorstehenden Ministerrat der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Mittwoch bei einem Besuch in Zypern.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow. (Foto: Consilium)

Der russische Außenminister Sergej Lawrow. (Foto: Consilium)

Sergej Lawrow erklärte, er entspreche damit dem Wunsch Ankaras. „Wir werden uns anhören, was Herr Cavusoglu zu sagen hat.“ Das OSZE-Ministertreffen findet am Donnerstag und Freitag in der serbischen Hauptstadt Belgrad statt, so die AFP.

Der Abschuss des russischen Kampfflugzeugs im türkisch-syrischen Grenzgebiet Anfang vergangener Woche hatte zu schweren Verwerfungen zwischen Moskau und Ankara geführt. Die Türkei lehnte die von Russland verlangte Entschuldigung bislang ab. Mit seinem Vorschlag, zu Beginn der Woche am Rande der Pariser Klimakonferenz ein persönliches Gespräch mit Russlands Staatschef Wladimir Putin zu organisieren, stieß der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Moskau auf taube Ohren.

Als Reaktion auf den Abschuss erließ Russland außerdem scharfe Sanktionen gegen die Türkei, die zu Jahresanfang in Kraft treten sollen. Unter anderem werden Charterflüge zwischen Russland und der Türkei untersagt und russischen Unternehmen wird es verboten, Türken einzustellen. Darüber hinaus dürfen bestimmte Güter aus der Türkei nicht mehr importiert werden. Ab Januar gilt zudem eine Visumspflicht für Bürger der Türkei.

Erdogan kündigte unterdessen an, Ankara werde die „emotionalen“ Reaktionen Russlands nicht erwidern. „Wir benutzen nicht die gleiche Sprache wie sie“, sagte Erdogan in der Nacht zum Mittwoch auf einem Flug nach Katar zu türkischen Journalisten. Russische Bürger in der Türkei müssten keine Nachteile befürchten. Er hoffe vielmehr darauf, dass der „strategische Partner“ Russland seinen Kurs ändern werde.

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