Russische Sanktionen: Türkei will Verluste mit EU-Handel kompensieren

Nach Ansicht der Türkei werden Putins Sanktionen nicht allzu große Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft haben. Alternative Märkte gebe es schließlich genug. Im Visier hat Ankara dabei offenbar eine Intensivierung der Beziehungen zur EU.

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu. (Foto: Foreign and Commonwealth Office/flickr)

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu. (Foto: Foreign and Commonwealth Office/flickr)

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu gab sich angesichts der russischen Sanktionen gegen die Türkei selbstbewusst. Die Maßnahme sei kein Grund zu übermäßiger Sorge. Die Türkei bemühe sich bereits um alternative Märkte. Denkbar wäre etwa eine Intensivierung der Beziehungen zur EU.

Wir werden einige Sofortmaßnahmen ergreifen, um die erwarteten Verluste aufgrund der russischen Sanktionen zu überwinden“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den Premier. Die Türkei habe keine Probleme mit dem Verkauf ihres frischen Obstes und Gemüses. Die Türkei könne diese Produkte in andere Märkte als Russland exportieren. Sein Land habe alternative Märkte. Weder darum, noch um den Tourismussektor müsse sich die türkische Bevölkerung sorgen. „Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich“, so Davutoğlu.

Welche alternativen Märkte das sein könnten, darauf gibt sein Stellvertreter, Mehmet Şimşek, einen Hinweis. Ihm zufolge laufe die Suche nach alternativen Absatzmöglichkeiten bereits. „Aktuell können wir die Verluste mit anderen Märkten, wie Mitgliedern der Europäischen Union überwinden.“ Das Handelsvolumen mit der EU sei für den vergangee Jahren zurückgegangen. Doch nun bestehe die Chance, die Beziehungen im Lichte der neuen Entwicklungen wieder zu beleben.

Moskau veröffentlichte am Dienstag eine Liste, welche Waren aus der Türkei ab dem 1. Januar nicht mehr nach Russland eingeführt werden dürfen. Es handelt sich vor allem um Obst wie Orangen und Mandarinen, Gemüse wie die bislang in großer Menge importierten Tomaten, Geflügel und Salz. Zitronen, die ebenfalls in großer Menge aus der Türkei nach Russland verkauft werden, stehen dagegen nicht auf der Liste. Seit Dienstag sind zudem Charterflüge zwischen beiden Ländern untersagt. Zuvor hatte Russland seinen Bürgern bereits empfohlen, nicht mehr in die Türkei zu reisen, was die Buchungen bereits stark einbrechen ließ.

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