Gegen Russland: Türkei will Pipeline-Projekt TANAP zügig fertigstellen

Die Türkei will das Pipeline-Projekt TANAP noch vor dem Jahr 2018 fertigstellen. Dann könnte Europa mit Öl und Gas vom Kaspischen Meer versorgt werden und sich von der russischen Energieabhängigkeit lösen.

Die Energierouten, die über die Türkei fließen könnten. (Grafik: Stratfor)

Die Energierouten, die über die Türkei fließen könnten. (Grafik: Stratfor)

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu hat bei seinem aktuellen Besuch in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku gesagt, dass das Pipeline-Projekt TANAP noch vor dem Jahr 2018 fertiggestellt werden soll. „TANAP und die Pipeline Baku-Tiflis-Ceyhan sind die beiden großen Projekte, die Öl und Gas aus dem Kaspischen Meer nach Europa transferieren werden (…) Wir werden non-stop daran arbeiten“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den Premier.

Die türkisch-russische Pipeline Turkish Stream war ein Konkurrenzprojekt zu TANAP. Doch seit dem Abschuss des russischen Jets durch die türkische Luftwaffe hat Moskau den Bau von Turkish Stream aufgekündigt. Die Türkei würde der EU durch den Bau der TANAP dabei helfen, unabhängiger von russischen Energieimporten zu werden und auf längere Sicht ihren wachsenden Energiehunger stillen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte bereits im April, dass Ankara TANAP den Vorzug geben würde, so die Hürriyet.

Auch für die türkischen Verbündeten Georgien und Aserbaidschan nimmt die Realisierung der TANAP einen hohen Stellenwert ein. Sollte die transanatolische Pipeline mit der Trans-Adria-Pipeline wie geplant 2020 verbunden werden können, würde die EU von einem der weltgrößten Gasfelder in dieser Region versorgt werden. TANAP wird ungefähr neun Milliarden Euro kosten und bei voller Auslastung alleine 31 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr in die Türkei und nach Europa liefern.

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