Terror-Miliz IS will islamische Derwische ausrotten

Der IS hat es im Irak und Syrien neben der Zivilbevölkerung insbesondere auf islamische Derwische abgesehen. Diese sind dem Untergang geweiht. Sie sind seit Jahrhunderten beliebt bei Christen, Muslimen, Juden und anderen Religionsgruppen. Doch besonders unbeliebt sind sie in Saudi-Arabien und bei Wahabiten.

Islamische Derwische.(Foto: Flickr/Robert Ha/Whirling Dervishes/CC BY 2.0/)

Islamische Derwische.(Foto: Flickr/Robert Ha/Whirling Dervishes/CC BY 2.0/)

Der IS hat es in Syrien und im Irak vor allem auf die islamischen Gelehrten des Sufismus abgesehen. Diese sind seit Beginn des Syrien-Kriegs im Visier der Terror-Miliz IS. Die Anhänger des IS sind Wahabiten und folgen damit den Vorgaben der saudi-arabischen Sichetweise der islamischen Religion. Für Wahabiten sind Sufis und islamische Derwische Ketzer, da sie den Allmächtigen in Form von Gedichten, Musik und intensiven Gebetsritualen preisen. Der Sufismus war insbesondere in Damaskus und Bagdad unter den Osmanen weit verbreitet. Die Sufis gehörten auch zu den Beratern der osmanischen Sultane wie Sultan Abdulhamid II., berichtet die Huffington Post.

Bemerkenswerterweise war auch Sultan Saladin, der im Jahr 1187 Jerusalem von den Kreuzrittern zurückeroberte, ein Sufi. Dieser unterließ es, nach seiner Eroberung Christen zu töten und Kirchen niederzubrennen. Prinz Abdulkader El Djazairi, der ebenfalls in Damaskus wohnte, rettete im Jahr 1860 insgesamt 16.000 Christen vor einem Massaker durch die Drusen, berichtet die Huffington Post weiter.

Einer der im Westen berühmtesten Sufis ist Dschalaluddin Rumi. Deutschlandradio Kultur berichtet: „Rumi kann man verstehen als Brückenbauer zwischen den Religionen, der Gemeinsamkeiten zwischen Christen, Juden und Muslimen findet. Er stärkt das Gottvertrauen in uns, indem er uns ermutigt, den Menschen als Spiegelbild Gottes zu betrachten, egal welcher Religion er angehört.“

Diese Lehre steht im Gegensatz zum von Saudi-Arabien finanzierten Wahabismus und dem IS.

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