Ein Lanzenbruch für Galatasaray-Urgestein Sabri

Ob es viele wahrhaben möchten oder nicht, Sabri Sarioglu gehört zu den Ikonen im Verein. Seit seinem Debüt am 4. Mai 2003 gegen Trabzonspor hat Sabri wettbewerbsübergreifend 422-mal für Galatasaray gespielt. Fünf Meisterschaften, drei türkische Pokale sowie vier Super-Cups hat Sabri auch als Kapitän gewonnen.

Trainer wie Frank Rijkaard, Fatih Terim, Eric Gerets oder Hamza Hamzaoglu haben stets auf Sabri für die Rechtsverteidiger-Position gesetzt. Wenn man die Karrieren und Kompetenzen dieser Trainer in Betracht zieht, dann dürfte man nicht hinterfragen, wieso Sarioglu immer gespielt hat.

Sabri Sarioglu ist ein Profifußballer und hat ein Recht auf faire Bezahlung. Als gestandener und dienstältester Profi hat er das Recht, sein Gehalt auf Teamdurchschnitt anzuheben. Noch dazu wurde Sarioglu dieser Vertrag vom Verein selbst angeboten. Der absolute Treuebeweis zum Verein allerdings war die Einverständnis dafür, die Option zur automatischen Vertragsverlängerung wieder aus dem Vertrag zu nehmen. Das wären für Sabri garantierte 1,65 Millionen Euro an Gehaltszahlungen!

Der 31-Jährige gehört vielleicht nicht zu den talentiertesten Fußballern, jedoch verkörpert er jene Eigenschaften, welche fast alle Fans fordern: Kampf, Einsatz, Vereinsliebe, Aufopferung. Er verdient es nicht, von seinen eigenen Fans so gnadenlos ausgepfiffen zu werden. In den seltensten Fällen werden Spieler, die sehr lange im Verein sind, von den eigenen Rängen ausgepfiffen. Das gibt es leider nur in der Türkei. Selbst in Zeiten, wo er zu Unrecht suspendiert war, hat Sabri, um den Verein nicht zu schaden, es immer vorgezogen, nicht zu reden.

Sarioglu wird nie gegen eigene Fans ledern

Fans sollten sich hinterfragen, warum man seine eigenen Fußballer ausbuht. Ein Fußballer kann keine Treue zum Verein aufbauen, wenn er nach paar schlechten Leistungen ausgepfiffen wird. Die Fankultur in der Türkei hat sich in den letzten Jahren zum Negativen entwickelt. In allererster Linie müssen Fans zu 100 Prozent hinter ihrem Verein sowie Spieler stehen. Es nützt nichts, einen Spieler zu verhöhnen, denn dadurch wird auf Dauer keine gute Leistung zum Vorschein kommen. Sabri hat während des Spiels gegen Bursaspor den eigenen Fans die passende Antwort gegeben. Man wird von Sabri nie eine verbale Reaktion gegenüber seinen eigenen Fans sehen, denn der Respekt gegenüber seinen eigenen Fans ist dafür viel zu hoch. Möge dies von nun an auf Gegenseitigkeit beruhen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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