Nach Soldaten-Provokation: Ankara will russischen Botschafter einbestellen

Das türkische Außenministerium will den provokativen Akt eines russischen Soldaten nicht auf sich beruhen lassen. Noch am Montag soll der russische Botschafter einbestellt werden. Geht es nach der Türkei, haben die Bosporus-Fahrten russischer Kriegsschiffe wohl bald ein Ende.

Blick auf den Bosporus. (Foto: Flickr/ View on Bosporus from Dolmabahçe Palace, Istanbul by inyucho CC BY 2.0)

Blick auf den Bosporus. (Foto: Flickr/ View on Bosporus from Dolmabahçe Palace, Istanbul by inyucho CC BY 2.0)

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu ist sauer auf Moskau. Nach einer Verwarnung am Sonntag hat sich der Tonfall zu Wochenbeginn noch einmal verschärft. Nach Informationen der türkischen Zeitung Hürriyet, werden derzeit alle Vorkehrungen getroffen, um den russischen Botschafter herbei zu zitieren.

Çavuşoğlu habe Russland zudem aufgefordert, die „provokativen“ Durchfahrten russischer Kriegsschiffe durch den Bosporus zu beenden. Die Türkei habe dies bislang nicht verweigert und die Konvention von Montreux vollständig befolgt, so der Minister weiter. Russland sollte im Gegenzug nun seine „provokativen Akte“  einstellen.

Die freie Fahrt durch die Meerenge wurde am 20. Juli 1936 beschlossen. Die Türkei darf demnach das Nadelöhr nicht sperren. Erlaubt sind lediglich Gesundheits- und Sicherheitskontrollen. Solange dieser Vertrag gilt, muss der Bosporus für die zivile Schifffahrt offen bleiben. Aber: „Die wichtigsten Punkte sind, dass die Türkei die Zahl der Kriegsschiffe nach Zahl und Tonnage begrenzen kann und dass sie das Recht hat, im Kriegs- oder im Spannungsfall die Durchfahrt Kriegsschiffen zu versagen“, zitiert der Deutschlandfunk Günter Seufert, Türkei-Experte von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

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