Exorzismus in Frankfurt: So wird das Böse hinausbeschworen

In Frankfurt geschieht ein Mord. Das Geschehen deutet auf eine Teufelsaustreibung hin. Unter Exorzismus wird in vielen Religionen die rituelle Vertreibung böser Mächte oder Geister aus Menschen, Tieren oder Gegenständen verstanden. In der katholischen Kirche war der Exorzismus von «Besessenen» im Mittelalter gang und gäbe. Heute unterliegt er strengen Auflagen.

Das Opfer in Frankfurt soll mehr als zwei Stunden gequält worden sein. (Foto: Flickr/ Dr. Hyde doesnt wanna hide tonight... by tacit requiem (joanneQEscober ) CC BY 2.0)

Das Opfer in Frankfurt soll mehr als zwei Stunden gequält worden sein. (Foto: Flickr/ Dr. Hyde doesnt wanna hide tonight… by tacit requiem (joanneQEscober ) CC BY 2.0)

In einem Frankfurter Hotelzimmer ist die Leiche einer Frau gefunden worden, die das Opfer einer „Teufelsaustreibung“ geworden sein soll. Fünf Menschen wurden festgenommen. Sie sollen die 41-Jährige über Stunden hinweg an ein Bett gefesselt und geschlagen haben, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl gegen eine 44 Jahre alte Frau, ihren 21 Jahre alten Sohn, ihre 19 Jahre alte Tochter und zwei 15 Jahre alte Jungen.

Die Polizei schreibt:

„Bisherige polizeiliche Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Beschuldigten gemeinsam das Ziel verfolgten, der vermeintlich von Dämonen besessenen Frau den
‚Teufel auszutreiben‘. Zu diesem Zweck fixierten sie ihr Opfer und übten massive Gewalt auf dessen Brust und Bauchbereich aus. Um die Frau zum Schweigen zu bringen, sollen sie zudem ihren Hals fest umfasst und ihr ein kleines Handtuch sowie anschließend einen stoffbezogenen Kleiderbügel in den Mund gedrückt haben.“

Nach derzeitigem Kenntnisstand hätten die Beschuldigten dem Opfer über einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden Schmerzen und Qualen zugefügt, wobei ihr Handeln von einer gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung getragen gewesen sei. Die Frau sei schließlich durch Ersticken infolge massiver Brustkorbkompression und Gewalteinwirkung auf den Hals verstorben. Ihr Körper habe zahlreiche Hämatome und Einblutungen aufgeweisen.

Zum Exorzismus (griechisch: exorkismós = das Hinausbeschwören) gehören in der katholischen Kirche das Besprengen mit Weihwasser, die Anrufung Gottes und das Handauflegen. Nach den Kirchenvorschriften darf die «Teufelsaustreibung» nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Ortsbischofs durch einen Priester vorgenommen werden, «der sich durch Frömmigkeit, Wissen, Klugheit und untadeligen Lebenswandel auszeichnet». Zuvor müssen medizinische oder psychiatrische Behandlungsmöglichkeiten genutzt werden.

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