„Multikuturelle Leidenschaften“: NPD-Chef beim Döner mampfen erwischt

Der Trierer NPD-Chef Safet Babic ist nicht konsequent. Mit dem Verzehr eines Döners hat sich der Kreisvorsitzende jetzt sprichwörtlich ins eigene Fleisch geschnitten. Denn eigentlich scheinen Ausländer so gar nicht sein Ding. Seine Kameraden wissen es jedenfalls besser.

„Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“, lautet eine Redensart. Das bekommt derzeit auch Safet Babic zu spüren. Vor einigen Monaten ließ er sich zu plumper Ausländerhetze hinreißen. Jetzt stellt sich heraus: So ganz durchdacht scheint seine Haltung nicht. Der NPD-Mann wurde nämlich beim Döner-Essen erwischt. Das Netz amüsiert sich.

Safet B., die bosnische Abrissbirne mit NPD-eigenen … leichten Vorbehalten gegenüber fremden Kulturen … beim Snack…

Posted by Deutscher Comedypreis für die NPD Trier on Montag, 7. Dezember 2015

Die Administratoren witzeln:

„Kann Safet den Sprung auf die großen Bühnen schaffen? Bereits VICE-News und der Stern berichten vom pfundigen deutsch-bosnischen Nationalisten. Wir würden es ihm auf jeden Fall wünschen.
In diesem Sinne: 444 – Döner den Deutschen!“

Doch warum nun dieser Spott? Schlummern in dem überzeugten Herrenmenschen doch offensichtlich multikuturelle Leidenschaften“, wie der Stern vermutet. Wie dem auch sei. Sein Ausflug wäre wahrscheinlich weniger skurril und aufmerksamkeitserregend gewesen, wenn Babic sich in der Vergangenheit nicht besonders einschlägig geäußert hätte. So berichtet unter anderem das Vice-Magazin zur Döner-Sache:

„Safet Babic, einer der wenigen NPD-Politiker mit Migrationshintergrund, tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Erst echauffiert sich der gebürtige Deutsche mit bosnischen Wurzeln im Sommer dieses Jahres über ein angebliches ‚zionistisches Eiskartell‘, das Deutschen Eis zu ‚überteuerten Preisen‘ verkaufe. Dann kündigt er bei YouTube in beinahe satirischer Manier den ‚ersten nationalen Apell‘ an. Und nun wird er beim Verdrücken der deutschesten aller Speisen ertappt—dem Döner. Was wohl seine Kameraden dazu sagen? Schließlich verstößt das Döneressen eindeutig gegen die deutschnationalen Speisegesetze.“

Das Magazin macht deshalb folgerichtig auf eindeutige Aufforderungen von Gleichgesinnten aufmerksam, die es anders zu machen scheinen. So habe etwa die NPD-Stuttgart ihre Mitglieder vor einiger Zeit aufgefordert, „lieber kalte schwäbische Maultaschen als warmen Döner“ zu essen, um auf den „kulinarischen Notstand“ in der Stuttgarter Innenstadt aufmerksam zu machen. Auch die Kameraden in Sachsen hätten „Bratwurst statt Gammel-Döner!“ gefordert.

Für die Redaktion ist die Döner-Aktion jedenfalls ein sicheres Indiz für einen ganz anderen, weitaus größeren Plan:

„Ist er etwa doch der „König der Polittrolle“ und wurde von Die Partei eingeschleust, um sie mit gezielter Performance-Kunst noch lächerlicher zu machen, als sie ohnehin schon ist, wie wir bereits im Juli vermutet haben? Nach seiner neuerlichen Döner-Performance verdichten sich die Anzeichen immer weiter, dass Safet Babic an einer Karriere als Satiriker bastelt.“

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