Flüchtlingskind Aylan: Türkische Staatsanwatschaft will Menschenschmuggler für Jahrzehnte einsperren

Wegen des Todes des Flüchtlingskindes Aylan Kurdi will die türkische Staatsanwaltschaft zwei mutmaßliche syrische Menschenschmuggler für jeweils bis zu 35 Jahre hinter Gitter bringen. Die Anklagebehörde suche zudem noch nach sechs weiteren Verdächtigen. Sie sollen Schuld am Tod von fünf Menschen sein.

Fotos des dreijährigen Aylan aus Syrien, der im September bei der Überfahrt nach Griechenland ertrank und tot an einen türkischen Strand gespült wurde, hatten in der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst.

Den beiden beschuldigten Syrern wird laut der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu vorgeworfen, den Tod von insgesamt fünf Menschen verschuldet zu haben. Aylans Mutter und Bruder waren bei der Überfahrt ebenfalls ums Leben gekommen. Der Vater war anschließend ins syrische Kobane zurückgekehrt, um seine Frau und seine Söhne zu begraben.

Die Statsanwaltschaft im südwesttürkischen Bodrum erklärte dem Agenturbericht zufolge, vier Türken und zwei Ausländer kämen ebenfalls als Beschuldigte in Betracht. Ein Gericht in Bodrum entscheidet jetzt über die Annahme der Anklagesachrift und setzt dann gegebenenfalls ein Datum für den Prozess gegen die beiden Syrer fest.

Die Türkei ist das Haupttransitland für Syrer, die vor dem Konflikt in ihrem Land nach Europa fliehen wollen. Die illegalen und gefährlichen Überfahrten in der Ägäis sowie von Nordafrika nach Italien haben bereits mehreren tausend Menschen das Leben gekostet.

Im Rahmen einer Grundsatzvereinbarung mit der EU hat sich die Türkei zu strengeren Kontrollen entlang der Ägäisküste verpflichtet. Nach Regierungsangaben aus Ankara haben die türkischen Behörden bereits mehr als hundert Anführer von Schlepperbanden gefasst.

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