Wehrdienst in der Türkei: Freikaufen wird 2016 deutlich günstiger

Im Ausland lebende Türken sollen sich ab 2016 deutlich günstiger vom Wehrdienst freikaufen können als bislang. Die Gebühr dafür werde von 6000 auf 1000 Euro gesenkt, kündigte Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu am Mittwoch in Ankara an. Der Beschluss soll kommende Woche im Kabinett verabschiedet werden.

Türkische Soldaten. (Foto: Flickr/ 101026-F-3682S-248 by isafmedia CC BÝ 2.0))

Türkische Soldaten. (Foto: Flickr/ 101026-F-3682S-248 by isafmedia CC BÝ 2.0))

Der türkische Premier Davutoğlu hat bei der Vorstellung des Aktionsplans der 64. türkischen Regierung ein Versprechen eingelöst. Ab kommendem Jahr sollen Wehrpflichtige, die im Ausland leben, nur noch einen Bruchteil der bisher fälligen Summe zahlen, um den Dienst in der Armee zu umgehen.

Bei Wahlkampfauftritten in Deutschland hatte Davutoğlu zuletzt zugesichert, die Freikauf-Summe noch einmal deutlich zu senken. Zuletzt waren 6000 Euro fällig, um dem verpflichtenden dreiwöchigen Militärkurs zu entgehen. Bis 2013 lag der Preis sogar bei 10.000 Euro, um sich von der Teilnahme zu befreien.

Dass das türkische Militär zuweilen ein hartes Pflaster ist, ist hinreichend bekannt. Ende 2012 wurde erstmals damit begonnen, Menschenrechtsverstöße im türkischen Militär aufzuzeichnen. Gesammelt wurden Beschwerden über Verletzungen der Rechte während der Wehrpflicht über die Webseite askerhaklari.com. Das Ergebnis: 32 Soldaten haben während ihrem Wehrdienst beim türkischen Militär aus „verdächtigen Gründen“ Selbstmord begangen.

Im Rahmen des «Aktionsplanes 2016» seiner islamisch-konservativen AKP-Regierung soll außerdem der Mindestlohn von derzeit 949 Lira pro Monat (rund 275 Euro) auf 1300 Lira steigen. Polizisten sollen höhere Zulagen bekommen. Auch Orts- und Bezirksvorsteher sollen künftig mehr Geld erhalten. Davutoğlu kündigte außerdem Justizreformen an, die unter anderem für schnellere Prozesse sorgen sollen.

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