Gambia: Präsident erklärt das Land zur islamischen Republik

Gambia ist ab sofort eine islamische Republik. Christen und Anhänger anderer Religionen sollen ihren Glauben aber weiter ausleben dürften. Zudem soll es Frauen erlaubt bleiben, sich so zu kleiden, wie sie möchten.

Der Präsident des westafrikanischen Gambia, Yahya Jammeh, hat sein Land zu einer islamischen Republik erklärt. Dies teilte die Regierung am Samstag auf ihrer Webseite mit.

Angesichts der muslimischen Mehrheit in dem armen Staat könne Gambia es sich nicht leisten, das Erbe der kolonialen Vergangenheit aufrechtzuerhalten, zitierte die Zeitung «Freedom Newspaper» aus einer Rede des Staatschefs. «Von heute an ist Gambia ein islamischer Staat. Wir werden ein islamischer Staat sein, der die Rechte der Bürger respektiert», hieß es.

Gleichzeitig betonte Jammeh, dass Christen und Anhänger anderer Religionen ihren Glauben in Gambia weiter ausleben dürften. «Keiner hat das Recht, in ihre Lebensweise einzugreifen», so der Präsident. Auch das christliche Weihnachtsfest werde weiter respektiert. Zudem soll es Frauen erlaubt bleiben, sich so zu kleiden, wie sie möchten.

Jammeh regiert Gambia seit 1994 mit harter Hand. Mehr als 11 500 Menschen flohen im vergangenen Jahr aus dem kleinsten Land Afrikas, das bis auf einen Küstenstreifen ganz vom Senegal umschlossen wird.

Die frühere britische Kolonie gehört UN-Daten zufolge zu den ärmsten Staaten der Erde. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin sind mehr als 90 Prozent der knapp zwei Millionen Einwohner Muslime.

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