Talfahrt von Trabzon hört nicht auf

Ruhige sportliche Tage werden in Trabzon so langsam zu etwas Außergewöhnlichem. Trabzonspor befindet sich nach nur einer Woche wieder auf der Verliererstraße. Nach dem klaren 3:1-Sieg gegen Eskisehirspor musste die Mannschaft von Sadi Tekelioglu beim Schwarzmeer-Derby gegen den Stadtnachbarn aus Rize eine bittere Niederlage hinnehmen. Auch wenn die fatalen Schiedsrichterentscheidungen einen Anteil daran hatte, konnte Bordeaux-Mavi zu keinem Zeitpunkt der Partie spielerisch überzeugen.

Die Ruhe kehrt auch mit dem neu gewählten Vereinspräsident Muharrem Usta nicht zu schnell nach Trabzon zurück. „Wenn bei Fußballspielen auch die Hände benutzt werden dürfen“, hadert Usta mit den Entscheidungen von Referee Ali Palabiyik, „dann setzen wir das nächste Mal unsere Basketballspieler Stipanovic, Velickovic ein“. Damit stichelt er Richtung Schiedsrichterkomitee (MHK) und macht genau dort weiter, wo sein Vorgänger Ibrahim Haciosmanoglu aufgehört hat. Gemeint waren die strittigen Szenen im gegnerischen Sechszehner, als Rizespor Stürmer Leonard Kweuke den Ball zwei Mal mit der Hand berührt haben soll. „Wenn wir unsere Basketballspieler einsetzen, dann haben wir vielleicht eine Chance zu gewinnen“, so Usta.

Sadi Tekelioglu verpokert sich

Doch darüber hinaus müssen die kritischen Entscheidungen von Trainer Tekelioglu in Bezug auf die Startformation hinterfragt werden. Es war vielen Sportexperten ein Rätsel, wieso der starke Rechtsverteidiger Luis Cavanda durch Salih Dursun ersetzt wurde. Zumal auf der linken Seite von Rizespor mit Ahmet Ilhan Özek ein sehr agiler und dribbelstarker Spieler gespielt hat. In dieser Hinsicht wäre es von großem Vorteil gewesen, mit der Schnelligkeit und der Robustheit von Cavanda dagegenzuhalten. Auf der anderen Seite wurde Alper Uludag eingesetzt, der mit seiner Roten Karte vor zwei Wochen bei Fenerbahce einen großen Anteil an der Niederlage hatte. Dafür musste Leistungsträger Erkan Zengin weichen. Die Kreativität im Offensivspiel hat Trabzonspor in einigen Situationen gefehlt. Auch die Hintermannschaft, vor allem die beiden Innenverteidiger Mustafa Yumlu und Douglas Teixeira, sahen bei den Gegentoren nicht gut aus.

Neuer Vorstand, alte Lasten

Dass sich bei Trabzonspor einiges verändern muss, darüber sind sich die Beteiligten einig. Mit dem neu gewählten Vorstand wurde dafür schon der Grundstein gelegt. Dennoch haben die Funktionäre um Präsident Usta wenig Raum für Fehlentscheidungen. Diese werden von den Fans nicht mehr toleriert. Vor allem bei personellen Entscheidungen ist die Alarmstufe inzwischen bei Rot angekommen. Ein Indiz dafür ist der Einkauf vom senegalesischen Stürmer Dame N`Doye, der für 3,15 Millionen EUR eingekauft wurde. Hinzu kommt, dass er pro Jahr 2,5 Millionen verdienen wird. In Anbetracht der dreijährigen Vertragslaufzeit wären es unglaubliche 7,5 Millionen. Doch die sportliche Seite sieht nicht so berauschend aus: Der Senegalese konnte in 13 Pflichtspielen für Trabzonspor kein Tor erzielen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist somit jedenfalls nicht erfüllt.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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