Salafistenprediger Sven Lau wegen Terrorverdachts festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat den vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven Salafisten-Prediger Sven Lau wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung festnehmen lassen. Er soll als Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf fungiert haben. Noch am Dienstag soll er dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Sven Lau in Syrien. (Screenshot YouTube)

Sven Lau in Syrien. (Screenshot YouTube)

Sven Lau werde vorgeworfen, 2013 von Deutschland aus als verlängerter Arm der in Syrien aktiven Terrororganisation „Jaish al-muhajirin wa-l-ansar“ (JAMWA) tätig gewesen zu sein, erklärte die Bundesanwaltschaft am Dienstag in Karlsruhe: „Er ist daher dringend verdächtig, in vier Fällen eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben.“ Spätestens seit Mitte 2013 sei die JAMWA „eng an die Terrororganisation ‚Islamischer Staat Irak und Großsyrien‘ (IS) angebunden“.

Nach der Spaltung der JAMWA („Armee der Auswanderer und Helfer“) Ende 2013 habe sich der von Lau unterstütze JAMWA-Flügel der IS-Miliz angeschlossen. „Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen war Sven L. eine Anlaufstelle für Kampf- und Ausreisewillige insbesondere aus der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf“, erklärte die Bundesanwaltschaft. Er soll als Bindeglied zur JAMWA in Syrien fungiert und mit einem dortigen deutschen Konvertiten in engem Kontakt gestanden haben.

Konkret wirft die Bundesanwaltschaft dem 35-jährigen deutschen Staatsbürger vor, zwei Dschihaddisten an eine JAMWA-Kampfeinheit in Syrien vermittelt zu haben. Außerdem habe er im September 2013 einem der Kämpfer in Syrien persönlich 250 Euro überbracht und im Auftrag der JAMWA in Deutschland drei Nachtsichtgeräte besorgt. Lau werde noch im Tagesverlauf dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Lau hatte bundesweit mit seiner „Scharia-Polizei“ für Aufsehen gesorgt.

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