„Türkisches Gesindel“: Bürgermeister von Elchingen entschuldigt sich bei Türken

Nach seiner verbalen Entgleisung hat sich der Elchinger Bürgermeister Joachim Eisenkolb entschuldigt. Im Zusammenhang mit türkischen Hochzeiten hatte er den Ausdruck „türkisches Gesindel“ verwendet. Er behauptet, dass er falsch verstanden wurde.

Die Äußerungen von Joachim Eisenkolb sorgten in den vergangenen Tagen nicht nur in der Gemeinde Elchingen für Aufregung. Auf einer Bürgerversammlung hatte das Stadtoberhaupt von „türkischem Gesindel“ gesprochen. Jetzt rudert er zurück.

„Ich wurde falsch verstanden. Nichts liegt mir ferner als rassistisches Gedankengut. Ich möchte mich bei allen, die ich mit meinen Worten verletzt habe, entschuldigen, vor allem bei den türkischen Bürgern“, zitiert das Deutsch Türkische Journal den parteilosen Eisenkolb. Er habe mit dem „mahnenden Zitat“ auf übertriebene Ängste im Ort aufmerksam machen und vor Vorurteilen warnen wollen.

Hintergrund war eine Debatte um die Vermietung eines leerstehenden Gebäudes in einem Gewerbegebiet im Ortsteil Unterelchingen an einen Veranstalter für türkische Hochzeiten. Seine Absage beruhe auf bereits vorhandenen Kapazitäten. Zu den Türken vor Ort unterhalte er gute Beziehungen. „Auch die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche entschieden, dass nicht gegen Eisenkolb ermittelt werde“, berichtet das Blatt weiter.

„Die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz (Grüne) stellt sich derweil hinter Eisenkolb“, so der SWR. Sie wolle ihn an seinen Taten messen, schätze ihn nicht als ausländerfeindlich ein und nehme ihm seine Entschuldigung ab, sagte sie dem Sender. Die Bundespolitikerin empfehle Joachim Eisenkolb allerdings, sich künftig mit Bedacht zu äußern und weiter für Integration in Elchingen einzusetzen. Gleichzeitig appelliere Deligöz in der Angelegenheit für „mehr Gelassenheit“, schreibt die Augsburger Allgemeine. „Wir sollten uns darauf konzentrieren, die wirklichen Probleme zu lösen. Indem wir reflexartig und ohne Hintergründe auf entsprechende Äußerungen reagieren, blockieren wir uns nur selbst.“ Das gelte auch für den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde Deutschland, der jüngst einen Rücktritt des ihm bis dato unbekannten Elchinger Bürgermeisters forderte, so das Blatt.

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