Ohrfeige für Muslim-Feind Trump: Istanbul kann seinen Namen nicht mehr sehen

Die türkische Opposition will den US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump für seine muslimfeindlichen Äußerungen abstrafen. Ein entsprechender Antrag sieht die Umbennenung einer Unterführung in Şişli vor. Jetzt muss nur noch die AKP zustimmen.

Der republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Donald Trump. (Foto: Flickr/ Half-Scot Donald Trump by Ninian Reid CC BY 2.0)

Der republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur Donald Trump. (Foto: Flickr/ Half-Scot Donald Trump by Ninian Reid CC BY 2.0)

Erst will er Muslime in den USA registrieren lassen, dann fordert er gar ein komplettes Einreiseverbot. Der schwerreiche US-Geschäftsmann Donald Trump sorgt derzeit für reihenweise verbaler Entgleisungen. Prominente wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder Box-Legende Muhammad Ali sahen sich veranlasst, den Muslimen zur Seite zu springen. Auch in der Türkei will man nun ein deutliches Zeichen setzen. Trump, der in Istanbul sowohl die Trump Towers als auch das Trump-Einkaufszentrum besitzt, soll nicht länger offizieller Teil der Bosporus-Metropole sein.

„Die türkische Oppositionspartei CHP hat in Istanbul einen Antrag gestellt, eine Unterführung, die nach dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump benannt ist, umzubenennen“, berichtet das Deutsch Türkische Journal über den einstimmigen Beschluss. Donald Trump verunglimpfe im amerikanischen Wahlkampf die Muslime mit wahnwitzigen Anschuldigungen, zitiert das Blatt aus einem entsprechenden Antrag. Die nach ihm benannte Unterführung in Şişli solle daher umbenannt und auch sein Name von den Straßenschildern verschwinden. Alternativ solle die Unterführung stattdessen „Mecidiyeköy-Unterführung“ heißen.

Die fragliche Unterführung befinde sich auf der europäischen Seite der Stadt, in Şişli, und liege ganz in der Nähe der beiden bekannten Gebäude des Immobilien-Moguls. Zustimmen muss jetzt nur noch die AKP, die in Istanbul regiert.

Folgt die Partei Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, steht der geforderten Umbenennung wahrscheinlich wenig im Weg. Denn dieser hatte sich nach Zuckerbergs Solidaritätsbotschaft lobend in Richtung des Facebook-Gründers geäußert.

Erdoğan wörtlich:

„Wie ich bereits im Rahmen verschiedener Plattformen erwähnt habe: Der Islam ist eine Religion des Friedens. Mörderische Netzwerke, die den Islam für ihre Ziele missbrauchen, ermorden tagtäglich unschuldige Menschen und insbesondere Muslime. Diese zwielichtigen Strukturen, die sich Daesh, Boko Haram, Al Kaida oder Al Shabaab nennen, sind ,Bauern‘, die den Verschwörungen gegen die islamische Welt dienen. Ein Terrorist kein kann Muslim sein. Ein Muslim kann kein Terrorist sein.

Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ich Mark Zuckerbergs Botschaft, wonach ein klarer Unterschied zwischen Islam und Terrorismus gemacht werden muss, sehr schätze. Denn in diesen Tagen werden diese beiden Begriffe oftmals in einem Atemzug genannt.“

 

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