Neue Festnahmen: Erdogan jagt gnadenlos Gülen-Anhänger

Die türkische Polizei macht weiter Jagd auf die Gülen-Bewegung. Für die Anhänger des Predigers wird es in der Türkei gefährlich - weil die Behörden einen tödlichen Trick anwenden.

Staatspräsident Erdoğan wirft seinem einstigen Verbündeten Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. (Screenshot YouTube)

Staatspräsident Erdoğan wirft seinem einstigen Verbündeten Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. (Screenshot YouTube)

Am Freitagmorgen haben türkische Sicherheitskräfte 34 Personen, die der religiösen Gülen-Bewegung angehören sollen, festgenommen, berichtet IMC TV. Unter den Inhaftierten sollen sich Anwälte, Geschäftsmänner und Akademiker befinden, berichtet die Zeitung Radikal. Die Gülen-Bewegung wird als „terroristische Vereinigung“ eingestuft. Das kann für die Anhänger lebensgefährlich werden: Mit dem Begriff Terrorist ist faktisch der Verlust jeglicher Rechte verbunden. Die Behörden können kafktisch wahllos vorgehen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigt den seit 1999 im US-Exil lebenden Gülen, innerhalb der Türkei eine Parallel-Struktur aufgebaut zu haben. Die Regierung in Ankara ging wiederholt gegen Tausende mutmaßliche Anhänger des Predigers in Justiz, Polizei und den Medien vor. Die Gülen-Bewegung hingegen wirft der Erdogan-Regierung eine vorsätzliche „Hexenjagd“ vor.

Zuvor waren Gülen und Erdogan beste Freunde. Die Bewegung hat maßgeblich zum Aufstieg der AKP beigetragen. Was letzten Endes zum Zerwürfnis geführt hat, ist unklar.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.