Zehntausende Schüler in der Südost-Türkei verpassen Unterricht

Wegen des Bürgerkriegs können Zehntausende türkische Kinden nicht zur Schule. Nun ist bei vielen die Versetzung ins Gymnasium gefährdet.

Die durchschnittliche jährliche Gebühr für eine Privatschule betrage dem TOBB zufolge rund 10.000 Türkische Lira. (Foto: Flickr/ Writing Exams by ccarlstead CC BY 2.0)

Die durchschnittliche jährliche Gebühr für eine Privatschule betrage dem TOBB zufolge rund 10.000 Türkische Lira. (Foto: Flickr/ Writing Exams by ccarlstead CC BY 2.0)

Wegen des eskalierenden Konflikts zwischen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der Regierung erhalten in der Südosttürkei Zehntausende Kinder keinen Schulunterricht. Alleine in dem mit einer Ausgangssperre belegten Bezirk Nusaybin in der Provinz Mardin seien 25 000 Schüler betroffen, sagte der Chef der Bildungsgewerkschaft Egitim-Sen in Mardin, Hamdullah Yildirim, der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Schulen seien geschlossen, doch auch sonst sei kein Unterricht möglich. «Ständig hört man Artilleriefeuer, es fallen Schüsse, und es kommt zu Ausschreitungen. Die Familien haben Angst um ihre Kinder», sagte Yildirim. Im Bezirk Dargecit verpassten mehr als 5000 Schüler den Unterricht, 500 Lehrer seien in ihre Heimatstädte zurückgekehrt.

Hinzu kommen Tausende Kinder, die eine wichtige Prüfung verpassten, um ins Gymnasium aufsteigen zu können. «Diese Schüler werden nach gleichen Kriterien bewertet wie die aus dem restlichen Teil des Landes. Kann man da noch von Gleichberechtigung sprechen?» kritisierte Yildirim.

In Diyarbakir sei die Situation ähnlich, sagte Dilek Adsan von Egitim-Sen in Diyarbakir. Alleine im Viertel Sur verpassten mehr als 3000 Schüler und 400 Lehrer den Unterricht. Das Bildungsministerium gab auf Anfrage keine Zahlen bekannt.

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