Türken in Bulgarien wollen gutes Verhältnis zu Russland

Die Türkenpartei in Bulgarien hat ihren Vorsitzenden abgesetzt, weil er sich auf die Seite Erdogans im Konflikt gegen Russland geschlagen hatte.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Screenshot YouTube)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan. (Screenshot YouTube)

Nach einem Streit über den außenpolitischen Kurs der Türkenpartei (DPS) in Bulgarien ist deren Vorsitzender abgesetzt worden. Lütwi Mestan wurde am Donnerstag bei einer Sitzung der DPS-Führung zudem aus der Partei ausgeschlossen. Der 55-jährige Mestan nahm an dem Treffen in der Villa des Ehrenvorsitzenden Ahmed Dogan nicht teil. Er hatte seit 2013 an der DPS-Spitze gestanden. Ein Interimsrat soll die Bewegung für Rechte und Freiheiten (DPS) der türkischen Minderheit in dem EU-Land nun leiten.

Mestan steht für einen Türkei-freundlichen Kurs. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs durch die Türkei hatte er Ankaras Vorgehen gerechtfertigt. DPS-Gründer Dogan meint dagegen, das Nato-Land Bulgarien sollte sich in dem Konflikt auf keine Seite stellen.

Innenpolitisch ist die DPS das Zünglein an der Waage – im Parlament und auch bei Präsidentenwahlen. Die 1990 gegründete DPS hält im Parlament 36 der 240 Mandate. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung des Balkanlandes sind ethnische Türken aus der Zeit des Osmanischen Reiches.

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