Türkei: Erneut Flüchtlings-Leichen an Küste angespült

An der türkischen Küste sind erneut Leichen von Flüchtlingen angespült worden. Das teilten türkische Behörden am vergangenen Dienstag mit.

Flüchtlinge am Strand von Ayvacik. (Screenshot YouTube)

Flüchtlinge am Strand von Ayvacik. (Screenshot YouTube)

An der türkischen Küste sind die Leichen von 34 Flüchtlingen angespült worden. Darunter seien auch mindestens drei Kinder, teilten die Behörden am Dienstag mit. Die Toten seien an zwei Stellen in der Nähe der Städte Ayvalik und Dikili an der Ägäis gefunden worden. Sie hatten vermutlich versucht, per Boot die griechische Insel Lesbos zu erreichen. Die Küstenwache brachte zwölf Menschen in Sicherheit, die im Meer trieben oder sich auf einen Felsen gerettet hatten.

Mit drei Schiffen und einem Hubschrauber werde nach weiteren Überlebenden gesucht. Ein Augenzeuge sagte, er habe gehört, wie ein Boot auf einen Felsen geprallt sei. „Ich vermute, dass diese Menschen gestorben sind, als sie ans Ufer schwimmen wollten.“ Unklar war zunächst, aus welchem Land die Flüchtlinge kamen.

Im vergangenen Jahr kamen über das Mittelmeer etwa eine Million Menschen nach Europa, etwa fünfmal so viele wie 2014. Der Großteil von ihnen setzte von der Türkei aus auf griechische Inseln über, um von dort aus den Weg nach Nordeuropa anzutreten. Lesbos liegt weniger als zehn Kilometer von der türkischen Küste entfernt und wird daher von besonders vielen Flüchtlingen angesteuert.

In der Türkei leben nach Angaben der Regierung mehr als zwei Millionen Syrer. Ende November hatte sich die Regierung mit der EU auf ein Abkommen geeinigt, mit dem der Flüchtlingsstrom reduziert werden soll. Im Gegenzug soll es Milliardenhilfen und Visaerleichterungen für türkische Bürger geben. Die Regierung in Ankara steht in der Kritik, weil sie keine langfristige Strategie zur Integration der Flüchtlinge hat. In der Türkei dürfen Syrer in der Regel nicht arbeiten, die meisten Kinder gehen nicht zur Schule.

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