Türkische Polizei beschlagnahmt Billigschwimmwesten für Flüchtlinge

Bei der Durchsuchung eines Betriebs in der Westtürkei wurden hunderte Schwimmwesten beschlagnahmt. Die eigentlich zur Rettung gedachten Westen wiesen erhebliche Mängel in ihrer Qualität auf und boten daher keinerlei Schutz für ihre Träger. Gegen den Betrieb wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Bei einer Razzia wurden hunderte mangelhafter Schwimmwesten beschlagnahmt. (Foto: flickr/Ann Wuyts/CC BY 2.0)

Bei einer Razzia wurden hunderte mangelhafter Schwimmwesten beschlagnahmt. (Foto: flickr/Ann Wuyts/CC BY 2.0)

Die türkische Polizei hat bei einer Razzia in der westtürkischen Stadt Izmir mehr als 1200 billig gemachte Schwimmwesten beschlagnahmt, die für Flüchtlinge bei ihrer Flucht von der Türkei über das Agäische Meer nach Griechenland bestimmt waren. Der von der Polizei durchsuchte Betrieb in Izmir hatte die Rettungswesten illegal hergestellt, wie örtliche Medien am Mittwoch meldeten.

Keine der beschlagnahmten Westen habe die vorgeschriebenen Sicherheitsnormen erfüllt, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan. So ermöglichten die Schwimmwesten es ihren Nutzern nicht, den Kopf über Wasser zu halten. In dem Betrieb arbeiteten den Angaben zufolge auch zwei junge Frauen, die aus Syrien nach Izmir geflohen waren. Gegen die Inhaber des Betriebs wurde Strafantrag gestellt.

Erst am Dienstag waren mindestens 36 Flüchtlinge, darunter viele Kinder, nach mehreren Schiffbrüchen vor der türkischen Küste ertrunken. Die Flüchtlinge hatten versucht, von der Türkei aus auf die griechische Insel Lesbos zu gelangen. Viele Todesopfer, die an den Stränden der türkischen Region Balikesir gefunden wurden, trugen Schwimmwesten.

In der Türkei halten sich zurzeit rund 2,2 Millionen Syrer und 300.000 Iraker auf, die vor dem Krieg in ihren Heimatländern flüchteten. Viele von ihnen versuchen weiterhin, von der Türkei aus in die EU zu gelangen.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.