Türkei will syrischen Flüchtlingen Arbeitserlaubnis erteilen

Die Türkei will für syrische Flüchtlinge im Land neue Perspektiven schaffen. Ankara plant deshalb, ihnen künftig Arbeitsgenehmigungen zu erteilen. Ziel sei es, die Abwanderungen in Richtung Europa zu reduzieren.

Die Türkei ist das wichtigste Drehkreuz für Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. (Foto:flickr/FreedomHouse2)

Die Türkei ist das wichtigste Drehkreuz für Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. (Foto:flickr/FreedomHouse2)

(Reuters) – Zur Eindämmung der Einwanderung nach Europa will die Türkei syrischen Flüchtlingen Arbeitsgenehmigungen erteilen. Das teilte Europa-Minister Volkan Bozkir am Montag nach einem Gespräch mit dem Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans, in Ankara mit. Mehr als 150.000 Menschen seien im vergangenen Jahr illegal in die Türkei eingewandert, fügte Bozkir hinzu. 500 Flüchtlinge würden täglich an der Grenze aufgehalten.

Die Türkei hat der EU zugesichert, den Flüchtlingszustrom zu begrenzen. Im Gegenzug soll sie Finanzhilfen in Höhe von drei Milliarden Euro für Flüchtlinge in der Türkei und Visa-Erleichterungen für ihre Bürger erhalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende erklärt, die Türkei habe bereits wichtige Punkte des Ende November beschlossenen Migrationsplans umgesetzt und etwa eine Visumspflicht für Syrer eingeführt, die aus Drittstaaten in die Türkei einreisen wollen. Das sei wichtig, weil jeden Tag viele Syrer etwa aus dem Libanon oder Jordanien ins Land kämen. Dagegen hatte sich Timmermans vergangene Woche unzufrieden mit dem Stand der Umsetzung gezeigt.

Viele syrische Flüchtlinge planen eine Weiterreise nach Westeuropa, weil sie in der Türkei kaum finanzielle Unterstützung und keine Arbeitserlaubnis erhalten.

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