Türkei will USA um Auslieferung von Prediger Gülen bitten

Der islamische Prediger Fethullah Gülen soll sich nach dem Willen der türkischen Regierung seinem Prozess in der Türkei stellen. Komme er nicht freiwillig, muss er eben gezwugen werden. Bereits in Kürze soll ein Antrag auf Auslieferung beim US-Justizministerium gestellt werden.

Staatspräsident Erdoğan wirft seinem einstigen Verbündeten Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. (Screenshot YouTube)

Staatspräsident Erdoğan wirft seinem einstigen Verbündeten Gülen vor, Polizei und Justiz unterwandert zu haben und die Regierung stürzen zu wollen. (Screenshot YouTube)

Die Türkei strebt eine baldige Auslieferung des bei der Staatsführung in Ungnade gefallenen islamischen Predigers Fethullah Gülen aus den USA an. Das sagte Justizminister Bekir Bozdag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu laut Bericht vom Donnerstag. Seine Behörde habe bereits Interpol um Unterstützung gebeten. Da Gülens Aufenthaltsort aber bekannt sei, sei eine Auslieferung die bessere Alternative. Einen entsprechenden Antrag werde die Türkei demnächst an das US-Justizministerium stellen.

Gülen wird zurzeit in Abwesenheit der Prozess in der Türkei gemacht. Die Anklage fordert erschwerte lebenslange Haft für ihn, weil er mit seiner Hizmet-Bewegung den Staat unterwandert sowie eine «bewaffnete Terrororganisation» gegründet und geleitet haben soll. Zu den Klägern gehört Präsident Recep Tayyip Erdogan – ein einstiger Verbündeter Gülens.

Bozdag würde es nach eigenen Worten bevorzugen, dass Gülen freiwillig in die Türkei kommt und sich selbst im Prozess äußert. Nach geltender Rechtslage hindere den Prediger nichts daran, sagte er laut Anadolu. Insgesamt sind in dem Mammutverfahren rund 70 Verdächtige angeklagt, darunter mehrere hochrangige Ex-Polizisten.

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