Kreuzfahrt-Anbieter Aida sagt Türkei-Touren komplett ab

Die Reederei Aida Crusies sagt alle geplanten Kreuzfahrten in die Türkei ab. Zuvor hatten bereits die Anbieter MSC und Crystal Cruises ihre Türkei-Touren gestrichen. Terror-Angst und der Konflikt mit Russland halten ausgerechnet die beiden größten Touristengruppen der Türkei fern.

Auch die Aida-Schiffe werden künftig die türkischen Häfen meiden. (Foto: flickr/ Simon Grubb/ cc by 2.0)

Auch die Aida-Schiffe werden künftig die türkischen Häfen meiden. (Foto: flickr/ Simon Grubb/ cc by 2.0)

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat die für diesen Sommer geplanten Fahrten mit Zielen in der Türkei abgesagt. Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hätten zahlreiche Gäste den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen, teilte das Unternehmen in Rostock mit. Ein Unternehmenssprecher sagte am Samstag, mehrere tausend Gäste hätten eine solche Reise bereits gebucht. Die Gäste kämen überwiegend aus Deutschland, der Rest vor allem aus Österreich und der Schweiz.

Was die Planänderung das Unternehmen kosten werde, sei noch unklar, sagte der Sprecher. Für die Kunden seien Umbuchungen kostenlos, Stornierungen allerdings nicht möglich. Details zum neuen Reiseprogramm würden in Kürze bekannt gegeben, hieß es.

Die Türkei gehörte in den vergangenen Jahren im Tourismusgeschäft zu den Gewinnern unter den Mittelmeerländern. Seit 2012 strömten jedes Jahr mehr Deutsche in das Land. 2015 waren es nach türkischen Behördenangaben 5,5 Millionen Gäste aus Deutschland. Das Land war nach Spanien und Italien zuletzt das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen.

Der Tourismus in der Türkei ist massiv gefährdet: Denn die zweitgrößte Gruppe an Türkei-Urlauber nach Deutschland stellt Russland. Nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets und der folgenden drastischen Verschlechterung der Beziehungen blieben auch russische Touristen weg: Im Dezember ging die Zahl der Touristen aus Russland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um 47 Prozent zurück.

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