Eingeschlossen in Cizre: Kontakt zu Verwundeten abgebrochen

Der Kontakt zu mehr als 20 eingeschlossenen Verwundeten in Cizre ist abgebrochen. Es gebe laut HDP seit mehr als 48 Stunden keine Verbindung mehr. PKK-Kämpfer und die türkische Regierung werfen sich gegenseitig vor, mit dem Beschuss von Helfern eine Rettung der Verletzten zu verhindern.

Zusammenstöße zwischen PKK-Sympathisanten und der türkischen Polizei in der Stadt Cizre. (Screenshot)

Zusammenstöße zwischen PKK-Sympathisanten und der türkischen Polizei in der Stadt Cizre. (Screenshot)

In der umkämpften südosttürkischen Stadt Cizre ist der Kontakt zu mehr als 20 in einem Keller eingeschlossenen Verwundeten abgebrochen. „Wir haben seit mehr als 48 Stunden keine Verbindung mehr“, sagte die Abgeordnete der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Meral Danis Bestas, der Deutschen Presse-Agentur am Montag per Telefon. In Cizre liefern sich Sicherheitskräfte Gefechte mit Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Die Verletzten harren seit nun neun Tagen in einem einsturzgefährdeten Gebäude aus. Krankenwagen versuchten vergeblich, zu ihnen vorzudringen. Inzwischen sind sechs Menschen ihren Verletzungen erlegen.

Die Opposition beschuldigt die Regierung, den Rettungseinsatz zu verhindern, und Helfer unter Beschuss zu nehmen. Die Regierung dagegen wirft PKK-Kämpfern vor, auf Einsatzkräfte zu feuern. Bestas und zwei weitere Abgeordnete der HDP befinden sich seit vergangenem Mittwoch aus Protest gegen die Situation in Cizre im Hungerstreik.

In Cizre gilt seit Mitte Dezember eine Ausgangssperre. Die Türkei geht seit Wochen in einer Großoffensive gegen die PKK in der Südosttürkei vor. Ausgangssperren gelten auch im Viertel Sur der Kurdenmetropole Diyarbakir und nachts in der Stadt Silopi.

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