Davutoglu: Neue Syrien-Bombardements bringen 70.000 neue Flüchtlinge

Zehntausende neue Flüchtlinge aus Syrien warten an der türkischen Grenze, so der türkische Ministerpräsident Davutoglu. Die neuen Bombardements gegen Aleppo treiben demnach bis zu 70.000 Menschen ins Land. Davutoglu machte Moskau mitverantwortlich für die Situation.

Der Papst hätte bei den Opfern des Ersten Weltkrieges nicht unterscheiden dürfen, meint Davutoğlu. (Foto: Flickr/ Ahmet Davutoğlu answering questions by Foreign and Commonwealth Office CC BY 2.0)

Der Papst hätte bei den Opfern des Ersten Weltkrieges nicht unterscheiden dürfen, meint Davutoğlu. (Foto: Flickr/ Ahmet Davutoğlu answering questions by Foreign and Commonwealth Office CC BY 2.0)

Die neuen Angriffe der syrischen Regierungen auf Stellungen der Opposition im Norden des Landes treiben nach türkischen Angaben bis zu 70.000 Menschen in die Flucht ins Nachbarland. „Zehntausende neue Flüchtlinge warten an den Toren von Kilis wegen der Bombardements und Angriffe gegen Aleppo“, sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag auf der syrischen Geberkonferenz in London. Die türkische Region Kilis grenzt an Syrien.

Die syrische Regierung hatte parallel zu den Friedensverhandlungen in Genf zusammen mit der russischen Luftwaffe die Angriffe auf moderate Oppositionsgruppen verschärft. Der UN-Syrien-Sondergesandte Staffan de Mistura hatte deshalb die Friedensverhandlungen in Genf am Mittwoch bis zum 25. Februar ausgesetzt.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat Russland wegen des Militäreinsatzes in Syrien schwere Vorwürfe gemacht. Seit drei Tagen habe die russische Luftwaffe kein einziges Ziel der Extremistenmiliz Islamischer Staat in Syrien angegriffen, dafür aber Ziele der moderaten Opposition bei Aleppo, sagte Davutoglu am Donnerstag zum Abschluss der Konferenz. Mit russischer Hilfe sei der Korridor unterbrochen worden, über den 300.000 Menschen in Aleppo von der Türkei aus versorgt würden. Die syrische Regierung greife bewusst zu mittelalterlichen Methoden, um Menschen in belagerten Städten auszuhungern.

Von London aus sei ein Zeichen der Hoffnung an die Syrer gegangen, sagte Davutoglu zu den Finanzzusagen von mehr als neun Milliarden Euro. Von den unterbrochenen Friedensgesprächen habe es dagegen leider kein Signal der Hoffnung gegeben. Wenn von dort nicht beim nächsten Mal ein positives Zeichen für eine friedliche Lösung des Konflikts komme, „werden wir in Zukunft noch viele Geberkonferenzen haben“, warnte Davutoglu.

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