Türkische Helfer versorgen Aleppo-Flüchtlinge an der Grenze

Türkische Hilfsorganisationen haben hinter der syrischen Grenze neue Unterkünfte für Flüchtlinge aufgebaut. Helfer brachten Lebensmittel und Medikamente. Die Versorgung in Syrien soll vermeiden, dass weitere zehntausende Flüchtlinge aus Aleppo ins Land kommen. Man sei "am Ende derAufnahmekapazität", wolle die Flüchtlinge aber "nicht dem Tod überlassen", so Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus.

Neue Lager und Lebensmittel: Die Türkei will die syrischen Flüchtlinge lieber auf der syrischen Seite der Grenze versorgen. (Foto: Screenshot)

Neue Lager und Lebensmittel: Die Türkei will die syrischen Flüchtlinge lieber auf der syrischen Seite der Grenze versorgen. (Foto: Screenshot)

Mit Lastwagen und Ambulanzen haben türkische Helfer am Sonntag Lebensmittel und Medikamente über die syrische Grenze gebracht, um Zehntausende Flüchtlinge aus Aleppo zu versorgen. Unmittelbar hinter der Grenze bauten türkische Hilfsorganisationen neue Unterkünfte auf. „Wir verstärken unsere Anstrengungen in Syrien, um die Menschen unterzubringen, ihnen mit Lebensmitteln zu helfen und sie medizinisch zu versorgen“, sagte ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation IHH der Nachrichtenagentur Reuters. Ein weiteres Lager sei im Aufbau.

Hilfsorganisationen warnen seit Tagen, dass das seit Jahren umkämpfte Aleppo kurz vor dem Fall an die Regierungstruppen steht. Der Belagerungsring um die Rebellengebiete der Stadt, in denen etwa 350.000 Menschen leben, ist beinahe geschlossen. Die Angriffe auf die Stadt hielten auch am Sonntag an.

Der türkische Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus hat eine Öffnung der Grenze für die tausenden wartenden Flüchtlinge aus Syrien in Aussicht gestellt. Die Türkei sei zwar am Limit ihrer Aufnahmekapazität, sagte Kurtulmus am Sonntag dem Sender CNN-Türk. Doch letztendlich könnten die Flüchtlinge nirgends hingehen. Wenn Ankara die Grenzen nicht öffne, seien sie den Bombenangriffen und dem Tod ausgeliefert.

„Wir sind nicht in der Position ihnen zu sagen, dass sie nicht kommen sollen. Wenn wir das täten, würden wir sie dem Tod überlassen“, sagte der stellvertretende Regierungschef. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte zuvor erklärt, sein Land wolle die an der Grenze festsitzenden syrischen Flüchtlinge aus der umkämpften Provinz Aleppo „wenn nötig“ aufnehmen.

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn hat von der Türkei mehr Anstrengungen zur Eindämmung des Migrationsstroms Richtung Europa gefordert. „Die Türkei kann mehr tun, daran habe ich keinen Zweifel“, sagte Hahn der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag nach einem Treffen der EU-Außenminister und des türkischen Außenamtschefs in Amsterdam. Es sei „keine Entschuldigung“ für die türkische Regierung, dass sie mehr Sicherheitskräfte im Südosten des Landes benötige und deshalb nicht die Westküste schützen könne. Am Mittwoch will die EU-Kommission einen Bericht zurTürkei veröffentlichen, der die bisherigen Maßnahmen des Landes zur Eindämmung des Migrationsstroms in Richtung Griechenland und die EU kritisch unter die Lupe nehmen dürfte.

Hahn ist in der Brüsseler Kommission für die EU-Beitrittsverhandlungen mit derTürkei verantwortlich.

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