Nicht ohne meinen Döner: Berliner Polizei trägt Mann aus dem Bus

Das Verzehrverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln ist jetzt einem Döner-Liebhaber zum Verhängnis geworden. Die Berliner Polizei hat einen Mann gewaltsam aus einem Bus getragen, weil dieser sich nicht von seinem Abendessen trennen wollte.

Der 57-Jährige stieg am Mittwochabend mit einem Döner ein, obwohl ihm der Busfahrer dies verboten hatte, wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte. An der nächsten Haltestelle forderte der Busfahrer den Mann dann zum Aussteigen auf. Der 57-Jährige weigerte sich und versuchte daraufhin, den Busfahrer zu schlagen. Dieser rief die Polizei. Auch die Beamten konnten den Fahrgast nicht zum Verlassen des Busses bewegen – dann wurde er auf die Straße getragen.

Die Polizei berichtet:

Als er aufgefordert wurde, den Bus wieder zu verlassen, wurde gestern Abend im Märkischen Viertel ein 57-Jähriger aggressiv. Nach Angaben des 51 Jahre alten Busfahrers war der Mann gegen 18.50 Uhr an der Bushaltestelle Wilhelmsruher Damm mit einem tropfenden Döner in den Bus der Linie 124 eingestiegen. Die Aufforderung des Busfahrers, den Bus aufgrund des tropfenden Lebensmittels nicht zu betreten, ignorierte der Mann. Als der 51-Jährige an der nächsten Station aufstand und den Fahrgast abermals aufforderte den Bus zu verlassen, soll der uneinsichtige 57-Jährige ihn beleidigt und versucht haben, ihn zu schlagen.

Dem Schlag konnte der Busfahrer ausweichen. Auch als wenig später die hinzugerufenen Polizisten erschienen, weigerte sich der essende Mann trotz mehrfacher Aufforderungen auszusteigen. Die Beamten mussten ihn an den Oberarmen ergreifen und aus dem Bus tragen. Der Busfahrer erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, versuchter Körperverletzung und Beleidigung.

Hintergrund der strikten Vorgehensweise der Beamten sind die seit dem 1. April 2000 geltenden Beförderungsbedingungen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), so Die Welt. Diese untersagen nämlich das Essen in den Bussen oder U-Bahnen. Neben geruchsintensiven Lebensmitteln seien auch scheinbar harmlose wie Speiseeis verboten, so das Blatt weiter.

Zudem sei untersagt, „offene Getränke“ zu konsumieren, darunter vor allem alkoholische. Das Alkoholverbot solle in Berlin dazu beitragen, den deutlich angestiegenen Konsum in öffentlichen Verkehrsmitteln einzuschränken. Auch „verschmutzte und/oder übel riechende Personen“ dürften demnach vom Fahrer oder von BVG-Mitarbeitern der Waggons oder Busse verwiesen werden.

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