66. Berlinale: Großer Tag für deutsch-türkischen Film „Auf Einmal“

Berlinale Fieber geht weiter! Als Panorama Special lief am Freitag die deutsch-türkische Filmproduktion von Regisseurin Asli Özge, „Auf Einmal“. Filminhalt: Karsten (Sebastian Hülk) führt ein wohlgeordnetes Leben in einer deutschen Kleinstadt. Eines Tages nach einer Party in Karstens Wohnung gehen...

Die türkische Regisseurin Asli Özge und Kameramann Emre Erkmen. (Foto: Kamuran Egri)

Die türkische Regisseurin Asli Özge und Kameramann Emre Erkmen. (Foto: Kamuran Egri)

Berlinale Fieber geht weiter! Als Panorama Special lief am Freitag die deutsch-türkische Filmproduktion von Regisseurin Asli Özge, „Auf Einmal“.

Filminhalt:
Karsten (Sebastian Hülk) führt ein wohlgeordnetes Leben in einer deutschen Kleinstadt.
Eines Tages nach einer Party in Karstens Wohnung gehen alle nach Hause, nur Anna bleibt. Karsten fühlt sich von der mysteriösen jungen Frau angezogen. Ein unvorhergesehenes Ereignis und ein Moment der Schwäche verändern alles, Karsten verliert die Kontrolle über sein wohlgeordnetes Leben in einer deutschen Kleinstadt. Spannungen in der Familie und im Freundeskreis folgen; der Versuch, so weiterzuleben, als wäre nichts passiert, scheitert. Aus Enttäuschung erwachsen Wut und Unrecht, das Unheil nimmt seinen Lauf, und als er meint, sein Leben wieder im Griff zu haben, ist er ein anderer geworden.

Die Berliner Autorin und Regisseurin Aslı Özge stellt ihrem Film ein Zitat aus Shakespeares „Hamlet“ voran: „Denn an sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu“. In ruhigen, sorgfältig arrangierten und ausgeleuchteten Bildern und mit stimmigem Sound Design erzeugt sie eine Anspannung, lässt den Zuschauer wachsendes Unbehagen und das heraufziehende Desaster spüren. Es geht um Macht. Fragen um Schuld und Moral, Gerechtigkeit und Scheinheiligkeit werden verhandelt.

Julia Jentsch mit Sebastian Hülk. (Foto: Kamuran Egri)

Julia Jentsch mit Sebastian Hülk. (Foto: Kamuran Egri)

Auf der Pressekonferenz präsentierte die türkische Regisseurin und Produzentin Asli
Özge ihren Kameramann Emre Erkan, die Schauspielerinnen Julia Jentsch und Luise Heyer und die Akteure Sebastian Hülk, Hanns Zischler sowie Produzent Fabian Massah.

Sie lebt seit 15 Jahren in Berlin, doch das ist ihr erster in Berlin gedrehter Film. Und welche Message will sie mit ihrem Hauptstadt transportieren? Für Asli Özge eine nicht ganz einfache Frage: „Ich gebe ungerne eine Message. Es sind Regelungen und Hinweise einer Gesellschaft, um sich anpassen zu müssen. Ich musste teilweise darum kämpfen hier in Berlin, denn es ist keine 12-Stunden-Arbeit. Ich wurde viel unterstützt und die Dreharbeiten waren sehr gut.“

Hans Zischler, Julia Jentsch, Sebastian Hülk und Asli Özge. (Foto: Kamuran Egri)

Hans Zischler, Julia Jentsch, Sebastian Hülk und Asli Özge. (Foto: Kamuran Egri)

Julia Jentsch zeigte sich vom Schaffen am Set beeindruckt: „Beim Casting war ich sehr begeistert. So habe ich vorher noch nie gearbeitet. Beim Set wusste ich nicht, was als nächstes kommt, denn es gab immer einen Überraschungseffekt. Die Regiesseurin wollte es so haben.“ Hans Zischler war ebenfalls begeistert und meinte: „Es war für mich unvorstellbar. Die Zusammenstellung in dieser Stadt und die Wahl des Ortes, die Lichter der Stadt, die den Film ein Strahlen verleiht. Das würde einem deutschen Regisseur nicht einfallen. Ich war verblüfft, denn es hat mich überwältigt die Kameraaufnahme und die Lichtführung, das kenne ich in der Form nicht.“

Kamuran Egri

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