Saudiarabischer Minister: Frauenfahrverbot keine Glaubensfrage

Für das Frauenfahrverbot in Saudi-Arabien gibt es nach den Worten von Außenminister Adel bin Ahmed al-Dschubeir keine religiöse Begründung. Es sei eine gesellschaftliche Frage. Man müsse diesbezüglich etwas Geduld aufbringen.

In Saudi-Arabien sind Frauen der Herrschaft der Männer untergeordnet. (Foto:Flickr/ HerryLawford)

In Saudi-Arabien sind Frauen der Herrschaft der Männer untergeordnet. (Foto:Flickr/ HerryLawford)

„Es handelt sich um eine gesellschaftliche Frage, nicht eine Frage des Glaubens“, sagte Dschubeir am Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Die saudiarabische Gesellschaft entwickle sich. 1960 habe es keine Bildung für Frauen gegeben, inzwischen stellten sie 55 Prozent der Studenten im Land. In den USA habe es 100 Jahre gedauert, bis die Frauen wählen durften. „Ich sage nicht: Geben Sie mir 200 Jahre, aber schenken Sie uns etwas Geduld“, sagte Dschubeir. „Die Dinge brauchen Ihre Zeit, und wir müssen das akzeptieren.“

Saudi-Arabien ist durch den Ölpreisverfall in finanzielle Schwierigkeiten geraten und treibt deshalb die Diversifizierung seiner Wirtschaft voran. Dies könnte das Land langfristig dazu zwingen, auch auf die Arbeitskraft von Frauen zu setzen. Ohne öffentlichen Nahverkehr sind die Frauen allerdings auf das Auto angewiesen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Bislang dürfen Frauen in Saudi-Arabien anders als in anderen streng islamischen Ländern wie dem Iran nicht Autofahren.

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