66. Berlinale: „Midnight Special“ fesselt und fasziniert

Am Freitag durfte sich das Berlinale-Publikum auf Jeff Nichols "Midnight Special" freuen. Science-Fiction trifft hier auf Familiendrama und nicht wenige glauben schon jetzt: Dieser Streifen hat Chancen auf einen Bären.

Produzent Brian Kavanaugh-Jones, Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Regisseur Jeff Nichols, der kleine Star Jaeden Lieberher, Michael Shannon und Sarah Green. (Foto: Kamuran Egri)

Produzent Brian Kavanaugh-Jones, Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Regisseur Jeff Nichols, der kleine Star Jaeden Lieberher, Michael Shannon und Sarah Green. (Foto: Kamuran Egri)

Filminhalt:

Mit jeder Meile, die Roy (Michael Shannon) und sein achtjähriger Sohn (Jaeden Lieberher) auf Highways und Landstraßen zurücklegen, kommt man ihrer unglaublichen Geschichte näher. Man beginnt zu verstehen, warum der Junge mit den außergewöhnlichen Fähigkeiten eine Schutzbrille tragen muss. Warum sich religiöse Extremisten für ihn interessieren und sich neben der örtlichen Polizei auch hohe amerikanische Regierungsbeamte an die Fersen von Vater und Sohn heften.

Mit seinem neuen Film wechselt Jeff Nichols das Genre und bleibt sich dennoch treu. Gleichzeitig erkundet Nichols weiterhin die Gewalt- und Paranoiastrukturen der US-amerikanischen Provinz. Er zeigt die Macht, die von erzkonservativen Sekten ausgeht, und die Ohnmacht des Einzelnen vor einem aggressiv agierenden Staatsapparat. Je länger die Flucht andauert, desto fantastischer wird sie. Ein fürsorglicher Vater unternimmt alles, um den Sohn seinem Schicksal zuzuführen, das auch das Schicksal der Welt entscheiden könnte.

Filmkritik:

Midnight Special ist eine spannende und emotionale Verfolgungsjagd mit einer Mischung aus Science-Fiction und Familiendrama. Der Film fesselt den Zuschauer vom ersten Augenblick und lässt ihn bis zum Schluss nicht los. Man schließt den kleinen Darsteller gleich ins Herz und es ist schön anzusehen, wie Michael Shannon, Joel Edgerton und Kirsten Dunst sich rührend um den Kleinen kümmern.

Auf der Pressekonferrenz war Jeff Nichols anwesend und brachte auch Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Michael Shannon und den kleinen Star Jaeden Lieberher mit. Außerdem waren die Produzenten Sarah Green und Brian Kavanaugh-Jones mit von der Partie.

Gruppenfoto: Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Michael Shannon, Jaeden Lieberher, Sarah Green, Jeff Nichols und Brian Kavanaugh-Jones. (Foto: Kamuran Egri)

Gruppenfoto: Joel Edgerton, Kirsten Dunst, Michael Shannon, Jaeden Lieberher, Sarah Green, Jeff Nichols und Brian Kavanaugh-Jones. (Foto: Kamuran Egri)

Regisseur Jeff Nichols erzählte, woher er die Inspiration zur seinem Film hatte.
J. N.: „Wenn ich schreibe, dann schreibe ich zweigleisig. Ich schreibe im Genre, da kommt auch die Geschichte her und in diesem Zusammenhang ging es um Science Fiction. Was noch wichtiger ist, ist ein persöhnlicher Ansatz. Ich versuche immer, dass diese Filme bei mir emotional eine Verbindung haben. In diesem Fall war es so; als meinem Sohn ein Jahr alt war und mir langsam klar wurde, was das bedeutet, ein Vater zu sein. Er bekam ein schweres Fieber mit Anfällen und das hat eine Reaktion des Körpers ausgelöst. Da sind wir aus Angst ins Krankenhaus gefahren und dachten, er würde sterben und glücklicherweise ist das nicht passiert. Das war ein schlimmer Moment für mich und meine Frau. Da ist mir klar geworden, dass alles passieren kann im Leben und dass ich das nicht kontrollieren kann. Wir haben Angst um unsere Kinder und darum habe ich einen Film gemacht.“

Der kleine Star Jaeden Lieberher lobte den Regisseur und sagte; „Wie Jeff hier Regie geführt hat war toll. Er hatte eine klare Vision und wusste genau wie der Film werden sollte. Er war sehr deutlich in seinem Anweisungen, sah es in seinem geistigen Auge und sagte wie er es haben wollte.“

Kirsten Dunst stimmte dem zu: „Jeff schafft eine Athmosphäre am Set. Er schafft eine Umgebung, so dass man das Gefühl hat, dass man vor Ort ist. Wir haben in New Orleans und dann zwei Stunden entfernt auf einer Highway gedreht. Es war sehr schwierig. Äußerst sorgfälltig gedacht mit Kreativität schafft Jeff, dass wir das Gefühl haben, Teil dieses Film zu sein.“

Der Film „Midnight Special“ ist großartig, sehr spannend und hat sicherlich gute Chancen auf den Bären.

Kamuran Egri

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