66. Berlinale: „Things To Come“ spaltet die Kritiker

Tag drei der 66. Berlinale gehörte der französich-deutschen Produktion „Things To Come“ von Regisseurin Mia Hansen-Love. Ihr Werk lief im Wettbewerb und sorgte für große Interesse. Doch am Ende spaltete er das Publikum.

Edith Scob,, Roman Kolinka, Mia Hansen-Love, Isabelle huppert und Charles Gillibert. (Foto: Kamuran Egri)

Edith Scob,, Roman Kolinka, Mia Hansen-Love, Isabelle huppert und Charles Gillibert. (Foto: Kamuran Egri)

Filminhalt:
Nathalie (Isabelle Huppert) ist eine sehr engagierte Lehrerin für Philosophie an einem Pariser Lycée und nebenbei publiziert sie in einem kleinen Verlag. Ihr Mann unterrichtet an der Universität. In ihrem intellektuell-bürgerlichen Haushalt sind die beiden erwachsenen Kinder ebenso gern zu Gast wie ihre Studenten und ihre besitzergreifende Mutter. Um die Zukunft hat sich Nathalie in ihrem ausgefüllten Alltag bisher kaum Gedanken gemacht. Doch eines Tages offenbart ihr ihr Ehemann, dass er sie für eine andere Frau verlassen wird. Mit einer plötzlichen Freiheit konfrontiert, die jedoch auch Einsamkeit mit sich bringt, muss Nathalie sich selbst und ihr Leben neu erfinden.

Filmkritik:
Die Regisseurin und Autorin Mia Hansen-Love widmet sich in ihrem fünften Spielfilm einem intensiven, aber auch ironischen Frauenporträt über das beginnende Altern.
Es geht um den Sinn des Lebens, um Fragen des Glücks oder Unsinns gefestikter Strukturen. Der Film fragt auch, ob und wie Philosophe auf den Alltag reagieren.

Isabelle Huppert begeistert wie eh und je. Wieder einmal zeigt sie ihr Können und überzeugt die Zuschauer. Es geht um den Sinn des Lebens, um Enttäuschungen, Misserfolge und Trennungen. Eine emotionale Dramaverfilmung der gute Chancen im Wettbewerb hat.

Zur Pressekonferenz kam die Regisseurin Mia Hansen-Love und brachte Isabelle Huppert, Edith Scob, Roman Kolinka und den Produzenten Charles Gilibert mit.

Die Autorin Mia Hansen-Love erzählte: „Es ist nicht unbedingt ein anderes Thema, das abweicht von meinem vorherigen Filmen, obwohl natürlich die Hauptdarstellerin eine andere ist. Die Inspirationsquelle sind meine Eltern, Philosophlehrer. Ich weiß nicht, warum ich solange gewartet habe, denn ich bin damit aufgewachsen. Es geht also in erster Linie auch um den Sinn des Lebens und dann Rückblick auf das Erlebte. Man sagt ja oft, meine Filme seien autobiographische Filme und so könnte man das hier auch sehen. Das ist der Film, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Mit Eltern, die beide Lehrer waren, das war schon immer mein zu Hause, Bücher und Philosophie.“

Isabelle Hüppert über ihre Rolle: „Ja Humor, das gehört dazu. Das ist auch die Kraft von Natalie im Film. Sie ist zwar eine Frau, die unter diesen Umständen leidet, aber sie hat gewissermaßen Distanz und genügend Humor. Deshalb sieht man diese vielfältige Frau, einmal anspruchsvoll intelektuell. Die aber auch nicht davor zurück schreckt Hausarbeiten zu machen. Das gehört zu Vielfalt dieser Figur. Diese Einsamkeit, in die sie sich zurückzieht, muss nicht unbedingt als Melanchonie oder Traurigkeit bewertet werden. Das erklärt der Film.“

L’avenir (Things To Come) wurde von den Journalisten und Kritikern teilweise gefeiert, einige waren aber auch geteilter Meinung.

Kamura Egri

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