66. Berlinale: Überzeugender deutscher Wettbewerbsfilm „24 Wochen“

Der Berlinale-Sonntag bestach durch einen besonderen Wettbewerbsbeitrag: „24 Wochen“ von Regisseurin Anne Zohra Berrached. Der Film zeigt den wohl erschütterndsten Konflikt, dem sich eine werdende Mutter stellen kann.

Gruppenfoto von "24 Wochen" Filmteam. (Foto: Kamuran Egri)

Gruppenfoto von „24 Wochen“ Filmteam. (Foto: Kamuran Egri)

Filminhalt:
Astrid (Julia Jentsch) ist Kabarettistin und bringt die Menschen zum Lachen. Ihr Mann Markus (Bjarne Mädel) ist ihr Manager. Die beiden sind ein eingespieltes Team, haben eine neunjährige Tochter und erwarten gerade ihr zweites Kind. Als sie erfahren, dass ihr Kind nicht gesund zur Welt kommen wird, sondern mit Down Syndrom, stellen sie sich zunächst mit großem Optimismus einer Herausforderung, die sie nicht einschätzen können. Doch das ist längst nicht alles, denn je näher der Geburtstermin rückt, desto größer werden Astrids Sorgen – die um die Zukunft des Neugeborenen ebenso wie die um Familie und Beruf. Nach vielen Diskussionen und Auseinandersetzungen erkennt Astrid, dass die Entscheidung, die ihr aller Leben betrifft, nur von ihr allein getroffen werden kann. Das ist umso komplizierter, da sie als erfolgreiche Entertainerin in der medialen Öffentlichkeit steht. Sie stehen vor eine wichtige Entscheidung.

Filmkritik:
.Es ist der zweite Spielfilm der Erfurter Regisseurin Anne Zohra Berrached. Sie liefert das intensive Porträt einer Frau, die in einen großen moralischen Konflikt gerät, in dem es keine einfachen Lösungen gibt.

Wirklich ein sehr mutig gedrehter Film von Regisseurin Anne Zohra Berrached, die mit der fasszinierenden Schauspielerin Julia Jentsch und mit einer tollen Kameraführung überzeugt. Die Presse mochte den Film sehr und es gab Standing Ovations auf der Pressekonferenz. Eine sehr interessante Drama-Verfilmung mit guten Chancen.

Auf der Pressekonferenz wurde die Regisseurin und ihre Filmteam Julia Jentsch, Johanna Gastdorf, Bjarne Mädel, Emilia Pieske gefeiert. Dazu kamen auch der Autor Carl Gerber, Friede Clausz (Kamera), Denys Darahan (Schnitt) und die Produzenten Melanie Berke, Tobias Büchner und Thomas Kufus.

Anne Zohra Berrached erklärte, wie sie sich auf den Film vorbereitet haben: „Wir haben einderthalb Jahre das Drehbuch geschrieben. Beim Dreh haben wir uns vorgenommen, die Realität und Fiction ineinander verschmelzen soll. Wir haben die Szenen so gespielt wie sie im Drehbuch stehen und dann haben wir es offen gehalten. Alles war erlaubt, denn ich wollte das jeder seine Persöhnlichkeit mit hineinbringt in diesem Film. Ich wollte, dass Überraschungen entstehen während wir arbeiten.“

Außerdem fügte sie hinzu, dass sie wahre Ärzte und Hebamen genommen haben, damit es echt wirkt.

Eine Frage einer Kollegin ging an Bjarne Mädel, man kenne ihn aus dem Commedy-Fach und jetzt ernst. Wo sehe er sich in der Zukunft? Daraufhin Bjarne Mädel ironisch:
„Ich sehe mir eher viele Jahre hier auf der Berlinale. Bin eigentlich gar nicht mehr weg zu denken. Es war natürlich toll so eine Rolle angeboten zu bekommen und dafür nochmal vielen Dank. Ich mache keinen großen Unterschied, wenn ich Komödien kriege, soll es komisch sein und für mich ist das genauso auch, wenn es ernstes ist. Für mich ist das nichts Neues, denn ich bin ja Schauspieler. Ich kann auch ernst und privat auch unangenehm sein. Es war toll, dass ich das auch zeigen durfte.“

Julia Jentsch sagte, „Wir haben zwei Pärchen getroffen im Berliner Kaffees und uns unterhalten. Die einen hatten es abgetrieben und die Anderen behalten, jedoch starb das Kind später. Wir haben zusammen geweint und mitgefühlt. Dazu kommt, dass ich auch selber ein Kind habe. Das hat mir viel geholfen, mich in diese Menschen reinzuversetzen.“
Die Regisseurin teilte uns mit, dass sie auch schwanger war und es im dritten Monat abgetrieben hat und das alles für den Film damit angefangen hat.

Kamuran Egri

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