Glaubenskrieg in Asylunterkünften: Bischöfe wollen keine Trennung nach Religionen

Setzt sich der Glaubenskrieg aus dem Mittleren Osten in deutschen Asylunterkünften fort? Deutschlands Bischöfe hielten eine Trennung der Flüchtlinge nach Religionen für eine Niederlage.

Die katholische Kirche hat vor der Diskriminierung von Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften gewarnt. «Es muss gewährleistet sein, dass christliche Flüchtlinge in unserem Land – gerade in Asylbewerberunterkünften – keine Ausgrenzung oder Bedrängung aufgrund ihres Glaubens erfahren», erklärten die Bischöfe am Donnerstag zum Abschluss ihrer Vollversammlung im Kloster Schöntal bei Heilbronn. Hintergrund sind Berichte etwa aus Berlin, wonach Flüchtlinge christlichen Glaubens in Unterkünften von Muslimen schikaniert und drangsaliert werden.

Einrichtungen nur für Christen hält Marx für die letzte Lösung. «Es wäre eine gewisse Niederlage, wenn die, die später zusammenleben müssen, es nicht können», sagte der Kardinal. Die Spannungen in manchen Unterkünften seien aber gewaltig, und die Menschen müssten möglichst bald da heraus.

AfD-Chefin Frauke Petry hatte im Interview der «Stuttgarter Zeitung» die Kirchen kritisiert und den Bischöfen «Täuschung» vorgeworfen: «Inzwischen erheben einige Amtsträger der deutschen Kirchen ihre Stimme offenbar mehr für Muslime als für die eigenen Glaubensbrüder.»

Er könne diese Vorwürfe nicht akzeptieren, sagte Marx. Menschen in Not zu helfen, sei eine christliche Aufgabe. «Jeder, der in Not zu uns kommt, der muss menschenwürdig behandelt werden und bekommt ein faires Verfahren.» Es könne nicht erkennen, «dass wir nicht alles tun, um allen zu helfen». Eine besondere Zuwendung zu Christen sei aber logisch und stehe auch in den Leitsätzen zur Flüchtlingshilfe.

Marx kritisierte generell polemischen Äußerungen, mit denen die Situation nur verschärft werde. Es gelte zusammenzustehen, sich den Herausforderungen zu stellen und dabei die Sorgen, die da seien, ernst zu nehmen. Mit Blick auf AfD und Pegida plädierte Marx für eine Versachlichung: «Wir brauchen eine Orientierung an den Problemen, an den Menschen, an den Schwachen, an denen, die umkommen.» Deutschland rede über die AfD – «und jede Woche ersaufen die Leute im Mittelmeer». Man müsse doch mal die Prioritäten nennen.

Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge waren im vergangenen Jahr unter den insgesamt knapp 477 000 Menschen, die Asylanträge stellten, 345 000 Muslime und knapp 70 000 Christen. «Wir setzen uns dafür ein, dass das christliche Leben im Mittleren Osten eine Zukunft hat», erklärten die Bischöfe, «und finden uns nicht damit ab, dass Christen, die ihre angestammten Länder verlassen müssen, ihre Heimat für immer verlieren könnten.» Auch für sie gebe es ein Recht auf Heimat, ein Recht auf Rückkehr.

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