Türkei: Vereine fordern Neuverteilung der TV-Gelder

Der türkische Pay TV-Sender Lig TV hat noch bis zum Ende der Saison 2016/2017 die Übertragungsrechte an der Spor Toto Süper Lig. Die neu gegründete Ligagemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, die anstehende Vermarktung ihrer TV-Rechte selbst auszuhandeln.

Bis dato wurden die Verhandlungen vom türkischen Fußballverband selbst geführt. Demnach behält der Verband auch einen Teil dieser Summe ein. Den Rest verteilt die Truppe um Präsident Yildirim Demirören nach eigenem Ermessen. Diese Art und Weise der Verteilung der TV-Gelder missfällt vielen Vereinen sehr. Fenerbahce-Boss Aziz Yildirim hatte schon mehrfach angedroht aus dem TV-Vertrag auszusteigen, sollte sich der türkische Fußballverband bei der nächsten Vergabe der TV-Rechte mit einmischen. Vor allem möchten die Vereine eine faire Verteilung der Gelder vorantreiben. Momentan werden die drei großen Istanbuler Klubs klar bevorzugt. So könnte Galatasaray die Saison als Tabellensechster beenden – trotzdem würde man mehr Geld bekommen als z.B. Torku Konyaspor als Drittplatzierter am Ende der Saison.

Zusammenarbeit mit der Premier League

Inzwischen arbeitet man eng mit der englischen Premier League zusammen und möchte in der Süper Lig an dieses Modell anknüpfen. Um an das wirtschaftliche Niveau einer Premier League heranzukommen, bräuchte man mehrere Jahre. Jedoch würde eine klügere und effektivere Vermarktung der eigenen Liga höhere Beträge einbringen. Laut letztem Vermarktungsvertrag zahlte Lig TV den Vereinen 400 Millionen Euro. Die Verdoppelung dieses Betrages, vorausgesetzt die Ligagemeinschaft handelt eine gerechte Verteilung aus, wäre für jedes Team der Süper Lig eine gewaltige Finanzspritze. Auch die Anadolu-Vereine hätten dadurch die Chance, einen großen Teil ihrer Schulden zu begleichen und mehr in die Kaderplanung und Infrastruktur zu investieren.

Regierung stellt Steuererleichterungen in Aussicht

Auch der Staat möchte, dass der Fußball im eigenen Land die nächsten Schritte nach vorne macht. Die hohe Verschuldung nahezu aller Süper Lig-Vereine hat die Aufmerksamkeit der Regierung auf sich gezogen. So hat man Sportminister Akif Cagatay Kilic sämtliche Vollmachten gegeben, um die rasante Verschuldung der Vereine zu stoppen. Inzwischen arbeitet man mit den türkischen Profivereinen enger zusammen und stellt bei verbesserten Bilanzen Hilfen und Steuererleichterungen in Aussicht.

Die Zukunft wird zeigen, in welche Richtung sich die Süper Lig bewegt. Eine bessere Vermarktung der TV-Rechte wäre sicherlich der erste Schritt in die richtige Richtung. Verbessert sich die finanzielle Situation der Vereine, steigt auch die Qualität in den Ligen. Damit verbunden dürfte man auch auf höhere Investitionen in die Jugendabteilungen und Infrastruktur hoffen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf GazeteFutbol.de.

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