Nach Anschlag in Ankara: Ermittlungen fast abgeschlossen

Zwei Tage nach dem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara hat sich die Zahl der Festgenommenen auf 17 erhöht. Die Ermittlungen seien "fast" abgeschlossen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Präsident Recep Tayyip Erdogan bekräftigte, für ihn gebe es an der Täterschaft syrischer Kurden "keinen Zweifel".

Drei weitere Verdächtige seien festgenommen worden, erklärte die Staatsanwaltschaft in Ankara. „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Anschlag und den YPG“ (syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten), sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die YPG wiesen die Anschuldigungen zurück.

Erdogan kündigte an, er werde US-Präsident Barack Obama in einem Telefonat darauf hinweisen, wie gefährlich es sei, kurdische Organisationen mit Waffen auszustatten. Dann würden „unsere Freunde“ besser als bislang verstehen, wie stark die Verbindungen zwischen den Kurdenorganisationen in Syrien und der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei seien.

Haupttäter des Anschlags, bei dem am Mittwoch 28 Menschen getötet und 81 verletzt wurden, ist nach den Erkenntnissen der türkischen Behörden ein 23-jähriges YPG-Mitglied aus Syrien. Türkischen Medienberichten zufolge war der junge Mann als Flüchtling in die Türkei gekommen und wurde durch seine bei der Einreise genommenen Fingerabdrücke identifiziert. Er wurde bei der Explosion getötet.

Die Türkei wurde in den vergangenen Monaten von mehreren Anschlägen erschüttert. Seit dem bislang blutigsten Anschlag, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet wurden, gilt die höchste Terrorwarnstufe. Die türkischen Behörden machten die IS-Miliz für die Tat verantwortlich.

Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Touristen. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche mutmaßliche IS-Kämpfer fest, die weitere Anschläge in Ankara und der Metropole Istanbul geplant haben sollen.

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