Unesco: 40 Prozent der Weltbevölkerung lernen nicht in Muttersprache

Rund 40 Prozent der Weltbevölkerung werden nicht in ihrer Muttersprache unterrichtet. Das geht aus einem Bericht der UN-Wissenschafts- und Kulturorganisation Unesco hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde. Am Beispiel der Türkei zeigt die Unesco auf, welche Folgen der mangelnde Unterricht in der Muttersprache hat.

Die Unesco weist in dem Bericht „If you don’t understand, how can you learn?“ (Wie kannst Du lernen, wenn Du nicht verstehst?) darauf hin, dass sechs Jahre Unterricht in der jeweiligen Muttersprache „erforderlich“ seien, um eine soziale Benachteiligung von Schülern zu vermeiden.

Der Bericht führt zahlreiche Beispiele von Gesellschaften an, in denen trotz verschiedener muttersprachlicher Traditionen nur in einer Sprache unterrichtet wird, darunter die Türkei, Nepal, Pakistan, Bangladesch und Guatemala. In afrikanischen Staaten wie dem Senegal und Mali sei nicht einmal jeder zehnte Lehrer in der Lage, in der ortsüblichen Sprache Unterricht zu erteilen.

Am Beispiel der Türkei zeigt die Unesco auf, welche Folgen der mangelnde Unterricht in der Muttersprache hat: Nur rund die Hälfte der armen, nicht türkischsprachigen Kinder erfüllen im Alter von 15 Jahren die Mindestanforderungen beim Lesen, während es im nationalen Schnitt 80 Prozent sind. In Äthiopien wurde festgestellt, dass Schüler mit zweisprachigem Unterricht quer durch alle Fächer bessere Leistungen erbrachten.

Schulunterricht, der die Schüler bei ihrer Muttersprache abholt, ist aber nicht nur leistungsfördernd. Laut der Unesco-Generaldirektorin Irina Bukova fördert er auch „Toleranz, sozialen Zusammenhalt und – letztlich – Frieden“.

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