Kriselnde Tourismusindustrie: Türkei pumpt Millionen in die Wirtschaft

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu hat eine Finanzhilfe in Höhe von 255 Millionen Lira (78,4 Millionen Euro) für den kriselnden Tourismussektor seines Landes angekündigt. Damit solle unter anderem Fremdenverkehrsbüros unter die Armee gegriffen und Tourismusfirmen bei Umschuldungen geholfen werden, sagte Davutoglu am Montag in Ankara.

„Wir werden die Schwierigkeiten in der Tourismusindustrie überwinden und unsere Position als eines der attraktivsten Reiseziele verteidigen“, betonte er.

Seit Sommer 2015 hat sich die Sicherheitslage in der Türkei stark verschlechtert. Im Südosten des Landes ist der Konflikt mit den Kurden wieder aufgeflammt. Vergangene Woche wurden bei einem Anschlag auf Militärbusse in Ankara 28 Menschen getötet. Im vergangenen Oktober starben in der türkischen Hauptstadt 103 Menschen bei einem Attentat auf eine prokurdische Kundgebung verloren. Am Januar wurden in Istanbul zehn deutsche Touristen getötet, als sich ein Selbstmordattentäter nahe der Blauen Moschee in die Luft sprengte.

Anfang des Monats teilte der weltgrößte Reisekonzern TUI mit, die Buchungszahlen für den Sommer in der Türkei seien um 40 Prozent zurückgegangen. Auch die Zahl der russischen Touristen ging stark zurück, nachdem Moskau seine Staatsbürger aufrief, wegen der diplomatischen Krise mit der Türkei nicht mehr dorthin zu reisen. Die Krise begann mit dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch türkische Armeeflugzeuge im türkisch-syrischen Grenzgebiet im November. Der Tourismus ist ein Schlüsselsektor der türkischen Wirtschaft. Ausländische Touristen brachten dem Land im vergangenen Jahr umgerechnet 28 Milliarden Euro ein.

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