Initiative auf Zypern: Türkisch soll Amtssprache in der EU werden

Türkisch könnte zur 25. Amtsprache in der EU werden. Im Zuge der Wiedervereinigungs-Verhandlungen will Zypern einen entsprechenden Antrag in Brüssel stellen. Eingereicht werden soll der noch in dieser Woche.

Die zyprische Initiative wurde durch den Sprecher der Regierung bekannt. Dieser erklärte gegenüber der Stuttgarter Zeitung, dass ein Antrag auf Türkisch als Amtssprache in der EU noch in dieser Woche an Brüssel übermittelt werden solle.

Der Antrag erfolgt nicht ohne Grund: «Im juristischen Sinne sind (…) auch die rund 300 000 türkischstämmigen Bewohner des Nordteils EU-Bürger mit allen daraus folgenden Rechten. Das Türkische ist daher auch Amtssprache der griechisch dominierten Republik Zypern im Südteil. Bereits 2007 gab es eine Initiative des Europaparlaments, das Türkische zur EU-Amtssprache zu machen, was die verpflichtende Übersetzung wichtiger Dokumente und die Verdolmetschung von Sitzungen zur Folge hat», berichtet hierzu volksfreund.de.

Während die Türkisch-Initiative damals ins Leere gelaufen sei, stünden die Chancen dafür diesmal sehr gut – nicht zuletzt weil es sich um einen offiziellen Regierungsantrag handele und Zyperns weit fortgeschrittener Friedensprozess aktiv unterstützt werden solle, der wiederum den festgefahrenen EU-Beitrittsgesprächen mit der Türkei selbst neues Leben einhauchen könnte, so das Blatt.

Die Gespräche zur Überwindung der seit 42 Jahren dauernden Insel-Teilung waren unlängst deutlich vorangekommen. Zypern ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Recht gilt aber nur im Südteil der Insel, der von der international anerkannten Republik Zypern kontrolliert wird. Der Nordteil der Insel ist von türkischen Truppen besetzt und wird nur von der Türkei anerkannt.

Ein Sprecher der EU-Kommission teilte am Sonntag auf dpa-Anfrage mit, die Behörde unterstütze die Wiedervereinigungsgespräche. Die Regeln für die Sprachen seien klar: Jedes Land lege vor dem Beitritt fest, welche Amtssprache es für den EU-Gebrauch wünsche. «Die ursprüngliche Entscheidung des Landes kann später geändert werden – vorausgesetzt, dass alle anderen nationalen Regierungen zustimmen.» Es sei also eine Entscheidung der EU-Mitgliedstaaten, falls eine Abmachung über die Wiedervereinigung der Insel stehe.

Die EU verhandelt mit der Türkei über einen Beitritt, ohne dass Aussichten bestehen, dass das Kandidatenland noch in diesem Jahrzehnt zur EU gehören kann.

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