Deutschen Forschern gelingt Durchbruch in der Aids-Forschung

Im Kampf gegen Aids könnte sich bald eines ändern. Mittels eines Gentherapie-Ansatzes ist es deutschen Forschern gelungen, die HIV-Infektion nicht nur zu unterdrücken, sondern auch den Erreger selbst unwirksam zu machen. Damit könnte ein Heilungsansatz gefunden worden sein, so die Wissenschaftler.

Mit HIV infizierte T-Zelle (Foto: Flickr/ NIAID/CC by 2.0)

Mit HIV infizierte T-Zelle (Foto: Flickr/ NIAID/CC by 2.0)

Weltweit werden etwa 37 Millionen HIV-positive Menschen gezählt. Und allein jedes Jahr kommen mehr als zwei Millionen Neuinfektionen hinzu. Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Medikamente, um den Ausbruch der Infektion hinauszuzögern bzw. die Folgen abzuschwächen, doch eine Heilung gibt es noch nicht. Forscher der TU Dresden und des Heinrich-Pette-Instituts könnte der Heilung nun jedoch einen entscheidenden Schritt näher gekommen sein.

Ausgerechnet deutschen Wissenschaftlern ist es gelungen, zum ersten Mal HI-Viren aus lebenden menschlichen Zellen vollständig zu entfernen. „Zellschädigende oder genotoxische Nebeneffekte waren dabei nicht zu beobachten“, so die Wissenschaftler. Grundlage dafür war ein künstlich erzeugtes Reparatur-Enzym, Rekombinase Brec1. Dieses konnte „Provirus der Mehrheit (>90%) der klinischen HIV-1 Isolate zielgenau aus der menschlichen Wirtszelle herausschneiden und entfernen“.

Entsprechend eigne sich Brec1 den Wissenschaftlern zufolge als vielversprechender Kandidat für eine mögliche Anwendung in zukünftigen HIV-Heilungsansätzen. „„Das Generieren von molekularen Skalpellen, wie der Brec1 Rekombinase, wird die Medizin verändern“, sagte Frank Buchholz, TUD Leiter der Studie. Von dieser Entwicklung würden nicht nur HIV Patienten, sondern auch viele andere Patienten mit genetisch-bedingten Erkrankungen profitieren. „Wir stehen kurz davor, das Zeitalter der Genom-Chirurgie einzuläuten.“

Die Brec1 Rekombinase ist somit in der Lage, wie ein molekulares Skalpell die HI-Viren im Blut der Patienten zu finden und sie von den Wirtszellen abzuspalten. „Nur eine komplette Entfernung des HIV-Provirus aus dem Genom der Patienten kann zu einer vollständigen Heilung der Infektion führen“, sagt Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut. „Unsere Entwicklung der Brec1-Rekombinase ist dazu in der Lage, fast alle bisher bekannten klinisch relevanten HI-Viren ohne erkennbare Nebeneffekte wieder aus infizierten menschlichen Zellen zu entfernen.“ Dies stelle die Grundlage für erste klinische Studien zur Heilung von HIV-Patienten dar, die in absehbarer Zeit in Hamburg durchgeführt werden sollen.

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