Türkisches Fußballidol: Hakan Sükür soll wegen Erdogan-Beleidigung ins Gefängnis

Einer der größten Stars im türkischen Fußball soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft bis zu vier Jahres ins Gefängnis - weil er Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt haben soll. Der 44-jährige Hakan Sükür habe über den Kurznachrichtendienst Twitter beleidigende Aussagen über Erdogan verbreitet, argumentiert die Anklage. Sükür weise die Anschuldigungen zurück.

Der Twitter-Account von Hakan Sükür. (Screenshot Twitter)

Der Twitter-Account von Hakan Sükür. (Screenshot Twitter)

In seiner Fußballerkarriere beim Istanbuler Spitzenclub Galatasaray und in der türkischen Nationalmannschaft war Sükür der beste Mittelstürmer des Landes und einer der beliebtesten Sportler der Türkei. Nach dem Ende seiner Laufbahn im Jahr 2007 wurde er zunächst Parlamentsabgeordneter der Erdogan-Partei AKP, überwarf sich dann aber mit dem heutigen Präsidenten.

In diversen Tweets vor der Präsidentschaftswahl 2014 hatte Sükür per Twitter Erdogan vorgeworfen, dass dieser Diebstahl und Korruption billige. Dabei benutzte er nicht direkt den Namen Erdogans, sondern nannte diesen „der Präsidentschaftskandidat“. Sükür ist nach Informationen der taz „eines der bekanntesten Gesichter der Gülen-Sekte in der Türkei“. Seit dem Zerwürfnis zwischen dem in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen und Erdogan hat sich Sükür von Erdogan distanziert.

(Screenshot Twitter)

(Screenshot Twitter)

Das Verfahren soll in den kommenden Wochen beginnen. Ob Sükür dann vor Gericht erscheinen wird, ist offen. Der frühere Fußballer hält sich laut Medienberichten in den USA auf.

Seit Erdogans Amtsantritt als Präsident vor anderthalb Jahren sind mehr als hundert Verfahren wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung eingeleitet worden. Kritiker werfen der Regierung eine zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit vor.

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