Nach Protesten: Bau von umstrittenem Kupferbergwerk in Türkei vorerst gestoppt

Nach Protesten gegen ein geplantes Kupferbergwerk im nordosttürkischen Artvin hat Ministerpräsident Ahmet Davutoglu einen vorläufigen Baustopp angeordnet. Die Arbeiten sollten eingestellt werden, bis der juristische Prozess abgeschlossen sei.

Die Stadtverwaltung von Artvin teilte die Ankündigung Davutoglus auf ihrer Facebook-Seite mit und schrieb, es handele sich um eine «erfreuliche Nachricht».

Die Proteste gegen das Bergwerk hatten vor rund einer Woche begonnen. Sicherheitskräfte hatten Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten eingesetzt, die Zufahrtswege blockieren wollten. Zudem läuft eine Klage gegen die regierungsnahe Cengiz Holding, die das Bergwerk errichten will.

Die Aktivisten befürchten, dass die Umwelt durch den Bau massiv geschädigt wird.

In diesem Zusammenhang ist es am Sonntag zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen, berichtet Today’s Zaman. Die linke Zeitung Cagdasses meldet, dass die Demonstranten den Rücktritt der türkischen Regierung, des türkischen Präsidenten Erdogan und des örtlichen Gouverneurs fordern.

Die Polizei setzte Tränengas ein. Die regierungsnahe Zeitung Sabah berichtet, dass die Demonstrationen in Artvin eine Neuauflage der Gezi-Park-Proteste nach sich ziehen könnten. Es gehe den Aktivisten in erster Linie nicht um den Schutz der Umwelt, sondern um den Sturz der Regierung, so das Blatt.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.