Leipzig: Totes Schwein auf Baugelände für Moschee abgelegt

Unbekannte haben auf dem Baugelände einer Leipziger Moschee ein totes Schwein abgelegt. Auf dem Tier stand mit roter Farbe «Mutti Merkel» geschrieben, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Die Polizei vermutet einen politisch motivierten Hintergrund. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Bereits 2013 waren nach dem Bekanntwerden der Baupläne für das islamische Gotteshaus blutige Schweineköpfe aufgespießt und Mülltonnen angezündet worden. Muslime essen aus Glaubensgründen kein Schweinefleisch.

Der Moschee-Streit in Leipzig hatte bereits 2013 einen gefährlichen Höhepunkt erreicht. Bisher Unbekannte hatten im November auf dem Gelände des Baugeländes der geplanten Moschee fünf Schweineköpfe aufgespießt.

Die fünf blutigen Köpfe wurden mit Holzpfählen aufgespießt. Zudem wurden Blutlachen auf dem Gelände entdeckt. Einige Holzlatten des Moschee-Anbaus sollen Feuer gefangen haben, berichtete hna.de. Warum denn nun ausgerechnet fünf Schweinköpfe aufgespießt wurden und nicht mehr oder weniger ist unklar.

Doch der Bundesvorsitzende der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde, Abdullah Uwe Wagishauser, zeigte sich unbeeindruckt. „Das bringt uns nicht außer Fassung“, zitierte ihn lvz-online.de. Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte sich im Namen aller Leipziger bei der Ahmadiyya-Gemeinde entschuldigt. Auch die Leipziger CDU zeigte sich empört über die Stimmung in der Stadt. Zuvor hatte sie sich eher passiv verhalten.

„Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut und es ist Aufgabe aller, sie zu schützen und zu verteidigen, unabhängig, ob und welchen Glauben man lebt“, zitierte lvz-online.de Robert Clemen, Vorsitzender der Leipziger Union.

Doch viele Leipziger sind gegen den Bau des Gotteshauses. Die Bürgerinitiative „Gohlis sagt Nein!“ stellte sich gegen das Bauvorhaben und demonstrierte auf den Straßen. Die NPD möchte sich die anti-islamische und fremdenfeindliche Stimmung zu Eigen machen. Doch unter den Moschee-Gegnern befinden sich auch viele Normal-Bürger. Zuvor hatte die NPD die Menschen mit dem Slogan „Maria statt Scharia“ mobilisiert.

Was sie nicht wissen: Die Mutter Jesus Christi und Jesus selbst werden von Muslimen verehrt. Sie gilt im Islam als eines der wichtigsten Frauen der Religion und wird Maryam genannt. Jesus selbst kommt ein Propheten-Status zu.

Der Pfarrer der Thomaskirche, Christain Wolff, unterstützt den Bau der Moschee. „Zwischen Größenwahn und Schrebergarten – da bewegt sich Leipzig“, so Wolff damals. Zudem gibt es auch eine Bürgerbewegung, die sich für den Bau der Moschee einsetzt. Sie nennt sich „Leipzig sagt Ja!“.

 

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